Gespräch mit der Stadt FürthFaire Vergaben, ein Schlachthof in Not und gelebte Solidarität
Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung war zu Gast in der Handwerkskammer für Mittelfranken. Im Gespräch mit Hauptgeschäftsführer Dr. Rainer-Johannes Wolf ging es um faire Vergaben, den Schlachthof Fürth und eine Geschichte, die bis heute nachwirkt.
Seit einem Jahr ist Dr. Rainer-Johannes Wolf Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken. In dieser Zeit hat er nach und nach Gespräche mit Entscheidungsträgern in der Region gesucht, um sich persönlich kennenzulernen und auszutauschen. Jetzt war Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung aus Fürth zu Gast in der Handwerkskammer. Neben dem gegenseitigen Kennenlernen ging es dabei um zwei Themen, die für das Handwerk in Fürth besonders wichtig sind: die kommunale Vergabepraxis und die Zukunft des Metzgerschlachthofs Fürth.
Ein zentrales Thema des Spitzengesprächs war die kommunale Vergabepraxis. Dr. Rainer-Johannes Wolf machte deutlich, wie wichtig es dem Handwerk ist, dass Kommunen die bestehenden Freiräume im Vergaberecht konsequent nutzen. Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung stimmte zu: Der Stadt Fürth sei es ebenfalls wichtig, die Wertschöpfung in der Region zu halten. Deshalb achte man bereits darauf, Aufträge der Stadt an hiesige Unternehmen zu geben und werde dies auch weiter tun.
Besonders in Erinnerung geblieben ist Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung aus seiner 24-jährigen Amtszeit eine Handwerks-Episode aus der Quelle-Krise: Als der Versandhändler Quelle seinen Standort in Fürth schloss, verloren über 1.000 Beschäftigte von einem Tag auf den anderen ihre Arbeit. Doch schon am nächsten Morgen erreichten das Rathaus Faxe von Handwerksbetrieben mit einem einfachen Angebot: „Wir nehmen fünf.“
Für Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung war das gelebte Solidarität und Pragmatismus, wie er sie so nur im Handwerk erlebt hat. Diese Geschichte hat ihn bis heute beeindruckt.