Pressemitteilung vom 18. August 2026Wer noch sucht, findet noch – Ausbildung im Handwerk auch nach dem 1. September möglich
699 offene Ausbildungsstellen verzeichnet die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer für Mittelfranken Ende Juli. 2084 Lehrverträge wurden bereits vorgelegt - vier Wochen vor dem offiziellen Ausbildungsstart am 1. September. Doch eine Berufsausbildung kann man auch noch in den Wochen danach beginnen. Ausbildungsakquisiteurin Kassandra Daniel erklärt, wie Betriebe junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk gewinnen.
Vier Wochen vor dem Ausbildungsstart suchen mittelfränkische Handwerksbetriebe noch nach Nachwuchs: 699 offene Stellen listet die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer für Mittelfranken derzeit auf. Der Stichtag zum 1. September ist zwar symbolträchtig, aber keineswegs verbindlich – auch in den Wochen danach können Jugendliche und ausbildungswillige Betriebe noch zusammenfinden.
Kassandra Daniel kennt die Herausforderungen der Betriebe genau. Die 28-Jährige ist bei der Handwerkskammer für Mittelfranken für die Ausbildungsakquise zuständig. Allein im vergangenen Dreivierteljahr war sie auf über 30 Ausbildungsmessen. Zudem organisiert sie die MacherBuzz-Tour in Fürth, Erlangen, Nürnberg und Schwabach und berät Jugendliche in Einzelgesprächen zu ihrer Berufswahl. Ihr wichtigster Rat an Betriebe: „Man muss aufgeschlossen und vorurteilsfrei auf die jungen Menschen zugehen und sie ernst nehmen. Sie sind viel besser als ihr Ruf.“
Aus ihrer Praxis weiß Daniel, worauf es bei der Ansprache der sogenannten Generation Alpha ankommt. Wichtigste Voraussetzung sei Sichtbarkeit: „Ein Betrieb, der eine offene Stelle nirgends zeigt, wird auch nicht gefunden“, so Daniel. Neben der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer und Ausbildungsmessen empfiehlt sie Betrieben, bei Messeauftritten auf Augenhöhe mit Jugendlichen zu kommunizieren – idealerweise begleitet von einem Auszubildenden und einem Meister oder Chef gemeinsam. „Hauptsache, die Personen sind sympathisch und interessieren sich wirklich für die Jugendlichen“, betont sie.
Eine besonders große Rolle spielten Praktika, sagt Daniel: „Ein Praktikum zeigt schnell, ob es passt.“ Betrieb und Jugendlicher könnten so unkompliziert herausfinden, ob der Beruf zueinander passt – ganz ohne die Konsequenzen einer abgebrochenen Ausbildung. Zugleich erhöhe ein Praktikum die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche am 1. September auch tatsächlich zum Ausbildungsstart erscheinen, da sie Räumlichkeiten und Kollegen bereits kennen.
Wer sich langfristig als attraktiver Ausbildungsbetrieb positionieren möchte, kann zudem das Qualitätssiegel Talentwerk der Handwerkskammer für Mittelfranken beantragen. Die Auditierung ist aktuell kostenlos.