Konjunkturbericht Q2/2026Mehr Aufträge, weniger Zuversicht
Der neue Konjunkturbericht zeigt: Die Geschäftslage im mittelfränkischen Handwerk hat sich leicht verbessert. Trotzdem bleibt der Druck hoch. Wie es den einzelnen Branchen im 2. Quartal 2026 geht, lesen Sie hier.
Der Konjunkturbericht der Handwerkskammer für Mittelfranken für das zweite Quartal 2026 zeigt eine spürbare Erholung. 282 Handwerksbetriebe aus der Region haben an der Umfrage teilgenommen. 35,1 Prozent bewerten ihre Geschäftslage als gut, 44,7 Prozent als befriedigend, nur noch 20,2 Prozent als schlecht. Der Auftragsbestand über alle Gewerke liegt bei 10,0 Wochen, nach 9,3 Wochen im Vorquartal.
Wo es gut läuft
Das Bauhauptgewerbe ist das stärkste Gewerk des Quartals: Über 86 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage positiv, der Auftragsbestand liegt bei 14,7 Wochen und damit rund 29 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch das Ausbaugewerbe zieht mit einem Auftragsbestand von 11,7 Wochen an . Im Kfz-Gewerbe meldet kein einziger Betrieb eine schlechte Geschäftslage.
Gerade während der wirtschaftlichen Schwierigkeiten zur Coronazeit war Bau und Ausbau der Stabilitätsanker der deutschen Wirtschaft. In den vergangenen Quartalen hatte die Handwerkskammer mit Sorge sinkende Auftragsbestände in diesem Bereich beobachtet. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch: Bau und Ausbau bleiben weiterhin stabil. Der erwartete Einbruch ist bislang nicht eingetreten.
Die Erholung ist real, aber sie kommt nicht überall an. Das zeigt sich am deutlichsten im Lebensmittelhandwerk, wo sich die Lage sogar noch verschärft hat.
Dr. Rainer-Johannes Wolf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken
Wo der Druck bleibt
Das Lebensmittelhandwerk bleibt der Negativausreißer des Quartals: 33,3 Prozent der Betriebe melden eine schlechte Geschäftslage, kein Betrieb erwartet eine Verbesserung, der Auftragsbestand liegt mit 2,8 Wochen weit unter dem Vorjahreswert. Grund dafür sind stark gestiegene Energiepreise, hohe Rohstoffkosten und wachsende Konkurrenz durch die Großindustrie. Auch insgesamt bleibt die Investitionsbereitschaft niedrig: Nur 11,8 Prozent der Betriebe investieren aktuell mehr, obwohl 73,3 Prozent auf hohem Auslastungsniveau arbeiten. Die Betriebe klagen zudem über gestiegene Energie- und Materialkosten, Fachkräftemangel und zunehmende Bürokratie.
„Wir brauchen jetzt Entlastung bei Energiekosten und Bürokratie, gerade für die Betriebe, die von der aktuellen Erholung nichts spüren."
Thomas Pirner, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken und Mitglied des Bayerischen Landtags (MdL)
Kernzahlen im Überblick
- Geschäftslage: 35,1 Prozent gut, 44,7 Prozent befriedigend, 20,2 Prozent schlecht
- Auftragsbestand alle Gewerke: 10,0 Wochen (Vorquartal: 9,3 Wochen)
- Bauhauptgewerbe: Auftragsbestand 14,7 Wochen
- Lebensmittelhandwerk: Auftragsbestand 2,8 Wochen, 33,3 Prozent melden schlechte Lage
- Investitionsbereitschaft: nur 11,8 Prozent investieren mehr (Vorquartal: 16,7 Prozent)
- Zukünftige Geschäftslage: 14,5 Prozent erwarten Verbesserung (Vorquartal: 25,7 Prozent)
Der vollständige Konjunkturbericht