Pressemitteilung vom 8. Dezember 2025Ermittlungserfolg bei gefälschten Meisterbriefen
Die Handwerkskammer für Mittelfranken nimmt den jüngsten Ermittlungserfolg der Erlanger Kriminalpolizei mit großer Aufmerksamkeit zur Kenntnis.
Dr. Rainer-Johannes Wolf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken, äußert sich zu den Festnahmen am Samstag wie folgt:
"Die Handwerkskammer für Mittelfranken nimmt den jüngsten Ermittlungserfolg der Erlanger Kriminalpolizei mit großer Aufmerksamkeit zur Kenntnis. Die nun bekannt gewordenen Fälle gewerbsmäßiger Fälschung von Meisterbriefen, Sprachzertifikaten und weiteren Qualifikationsnachweisen zeigen in erschreckender Weise, mit welcher kriminellen Energie Einzeltäter und Netzwerke versuchen, die hohe Qualität und Integrität des deutschen Handwerks zu untergraben.
Der Meisterbrief ist weit mehr als ein einfaches Dokument. Er steht für eine fundierte Ausbildung, umfassende Fachkompetenz, verantwortungsbewusstes Unternehmertum und den gelebten Generationenvertrag im Handwerk. Als Qualifikationsnachweis erfüllt der Meisterbrief eine zentrale Funktion – sowohl für die Verbraucherinnen und Verbraucher, die auf nachweislich qualifizierte Fachbetriebe vertrauen, als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die darauf aufbauen, dass ihre Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber über die notwendige Ausbildung verfügen, um einen Betrieb fachgerecht zu führen und Lehrlinge auszubilden.
Der Versuch, mit gefälschten Urkunden ein solches Vertrauen auszunutzen, stellt eine massive Täuschung der Öffentlichkeit und eine klare Gefährdung der Qualität und Sicherheit im Handwerk dar. Fälschungen mindern nicht nur den Wert des Meistertitels, sondern diskreditieren auch die Leistungen tausender ehrlicher Handwerkerinnen und Handwerker, die sich ihren Titel in aufwändigen Aus- und Weiterbildungen erworben haben.
Vor diesem Hintergrund danken wir der Kriminalpolizei Erlangen sowie der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth für die entschlossene und umfangreiche Ermittlungsarbeit. Gleichzeitig fordern wir alle Beteiligten – von Behörden bis hin zu Druckdienstleistern – auf, bei Verdachtsmomenten sensibel und verantwortungsvoll zu handeln und mögliche Hinweise an die zuständigen Stellen weiterzuleiten."