Offene Kasse
HWKNO, Foto Graggo

Wenn der Kunde nicht zahlt: Experteninterview

Zahlungsausfälle vermeiden - Regelungen im Bau- und Werkvertrag

Wenn der Kunde seine Rechnungen zu spät oder gar nicht bezahlt, kann das schlimmstenfalls die Existenz des Betriebs gefährden. Um dem vorzubeugen, steht Rechtsberaterin Manuela Herrmann von der Handwerkskammer für Mittelfranken den Mitgliedsbetrieben mit Rat und Tat zu Seite. 

Gerade in den Baugewerken haben Betriebe oft mit Zahlungsversäumnissen zu kämpfen. Gibt es eine Prozentzahl, wie oft das vorkommt?

Wenn Kundenrechnungen nicht gezahlt werden, suchen viele unserer Betriebe rechtlichen Rat. Es vergeht keine Woche, in der bei uns in der Rechtsberatung nicht mehrfach zum Thema Zahlungsausfall nachgefragt wird. Das Thema bleibt leider ein Dauerbrenner.

Was kann ein Handwerker vorbeugend tun?

Oft wird gedacht, erst wenn die Zahlung ausbleibt, könne man sich an die Rechtsberatung wenden. Am häufigsten werden Fragen gestellt zur Mahnung oder zur Beantragung eines Mahnbescheids. In unserer Beratung setzen wir aber schon viel früher an. Das zeigt auch unser Vortrag: Nicht nur während des Bauablaufs, sondern sogar schon vor dem Vertragsschluss mit dem Kunden können Fehler vermieden werden und damit im Idealfall auch ein späterer Zahlungsausfall. Beispielsweise sollte ein schriftliches Angebot bereits eine Widerrufsbelehrung enthalten, sofern dem Verbraucher ein solches Widerrufsrecht zusteht. Ein Muster einer Widerrufsbelehrung stellen wir gerne kostenlos zur Verfügung. Denn das Risiko eines Zahlungsausfalls besteht auch hier – wer nicht belehrt, geht im Zweifel leer aus.

Gibt es einen Handlungsleitfaden für Handwerker, um die Zahlungsmoral der Kunden zu verbessern?

Viele unserer Betriebe bleiben bereits im Gespräch mit ihren Kunden und sparen so Prozesskosten und Ärger. Oft wird auch ein Skonto vereinbart, um einen Anreiz für zügiges Zahlen zu setzen. Zu beachten sind jedoch in jedem Fall die gesetzlichen Vorschriften – vom Vertragsschluss bis zur Schlussrechnung. Die können im Einzelfall recht unterschiedlich sein. Daher werden unsere Handwerksbetriebe gerne individuell beraten, je nach Herausforderungen in ihrem Betriebsalltag.

Welche Rechte hat der Handwerker, wenn der Kunde nicht zahlt?

Zunächst wird in der Beratung geprüft, was im Einzelfall geschehen ist. In Betracht kommt in vielen Fällen tatsächlich die Beantragung eines Mahnbescheids. Gerne unterstützen wir unsere Betriebe auch durch unseren Service, offenstehende Forderungen aus bereits mangelfrei erbrachten Handwerkerleistungen durch Rechtsanwälte beizutreiben. Informationen gibt es auf unserer Homepage.

Wie unterstützen Sie die Betriebe?

Wir beraten individuell bei Fragen rund um das Vertragsrecht und stellen für die häufigsten nachgefragten Situationen auch gerne Vertragsmuster zur Verfügung – nicht nur im Bauvertragsrecht, sondern beispielsweise auch im Bereich Gewerbemiete oder im Arbeitsrecht. Informationen gibt es auch auf unserer Homepage unter „Aktuelles aus der Rechtsberatung“.

 

Persönlich können Sie Frau Herrmann Ihre Fragen bei der Info-Veranstaltung zu diesem Thema am 18. Februar 2020 stellen. Noch sind Plätze frei.

 Lernen Sie mit wenig Zeitaufwand die wesentlichen rechtlichen Aspekte kennen, um Zahlungsausfälle im Bauablauf zu vermeiden. Gerne erläutern wir die relevanten Rechtsvorschriften und geben Tipps zur Umsetzung in Ihrem Betriebsalltag. Auf Sie warten Informationen zum Anordnungsrecht des Auftraggebers, zu Abschlags- und Schlusszahlungen, zur Forderungssicherung und vielem mehr.

Hier geht es zur Online-Anmeldung.