Was ist, wenn Arbeitnehmer infiziert sind, unter Quarantäne gestellt werden oder normal krank sind?

Was geschieht im Verdachtsfall?

Solange von der Behörde keine Quarantäne-Maßnahmen verhängt wurden, ist der Arbeitnehmer normal zu beschäftigen.

Sollte der Arbeitnehmer bei einer Atemwegserkrankung ärztlichen Rat einholen und nach einem Test fragen, auch wenn die Symptome nur leicht sind (Husten, Niesen, Halsschmerzen etc.)?

Das RKI rät: Ja, insbesondere wenn man

  • in den letzten zwei Wochen Kontakt hatte zu einem Erkrankten, bei dem im Labor eine COVID-19-Diagnose gestellt wurde Vorerkrankungen bestehen oder die Atemwegserkrankung schlimmer wird (Atemnot, hohes Fieber etc.)
  • bei der Arbeit oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit Menschen in Kontakt kommt, die ein hohes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben (z.B. im Krankenhaus oder der Altenpflege)

Für Arbeitgeber gilt: Gegenüber seinen Arbeitnehmern hat der Arbeitgeber Fürsorgepflichten. Er kann daher überlegen, ob er zum Schutz vor der Ansteckung anderer einen Arbeitnehmer auffordert, zu Hause zu bleiben. Das Gehalt müsste trotzdem weiter gezahlt werden. Weitere Informationen zur Fürsorgepflicht des Arbeitgebers finden Sie in der rechten Serviceleiste.

Das RKI rät: Schon bevor das Testergebnis vorliegt, sollte man sich selbst isolieren, d.h.

  • zuhause bleiben,
  • Abstand halten (mindestens 1,5 m),
  • gute Händehygiene einhalten und
  • bei Kontakt zu anderen (falls vorhanden) zusätzlich eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

(Stand: 27. April 2020)



Was ist, wenn Mitarbeiter infiziert sind?

Der Mitarbeiter bekommt einen Bescheid von der Behörde, die ihn voraussichtlich in Quarantäne schickt. Das bedeutet auch, dass er das Haus nicht verlassen oder Besuch empfangen darf.

Das Gesundheitsamt kann verschiedene Maßnahmen anordnen, unter anderem tägliches Messen der Temperatur oder weitere Untersuchungen wie das Abnehmen von Abstrichen. Auch kann es sein, dass vom Infizierten verlangt wird, eine Art Tagebuch über sein Befinden zu führen und dem Gesundheitsamt zur Verfügung zu stellen.



Was gilt, wenn einzelne Arbeitnehmer unter Quarantäne gestellt werden?

Das ist in §§ 29 und 30 des Infektionsschutzgesetzes geregelt. Es ermöglicht als Maßnahme zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten auch, Personen unter Beobachtung oder gar Quarantäne zu stellen. Tatsächlich erkrankte Arbeitnehmer haben ein Recht auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nach den allgemeinen Regeln.

Für den Fall, dass ein Arbeitnehmer von Quarantänemaßnahmen des Gesundheitsamtes betroffen, aber nicht tatsächlich erkrankt ist, sieht das Infektionsschutzgesetz einen Entschädigungsanspruch in Höhe des Verdienstausfalles (Nettoentgelt) vor. Nach § 56 des Infektionsschutzgesetzes wird diese durch den Arbeitgeber erbracht. Allerdings werden diese Zahlungen auf Antrag von der Behörde erstattet.



Was ist, wenn Mitarbeiter normal krank sind?

Wenn ein Beschäftigter krank ist, sollte er zuhause bleiben, auch, wenn er nicht am Corona-Virus leidet. 

Nach einer Sonderregelung durften Ärztinnen und Ärzte bei Versicherten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik vorweisen, auch nach telefonischer Anamnese eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen und dem Patienten per Post übermitteln.

Befristet bis zum 18. Mai 2020 galt:

Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit bei Versicherten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik aufweisen, darf für einen Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen auch nach telefonischer Anamnese erfolgen. Das Fortdauern der Arbeitsunfähigkeit kann im Wege der telefonischen Anamnese einmalig für einen weiteren Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen festgestellt werden.

Neben einer telefonischen kann auch eine videotelefonische Anamnese die
Grundlage für die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sein.

Bitte beachten Sie bezüglich der  "Risikogebiete": Seit dem 10. April weist das Robert Koch-Institut (RKI) keine internationalen Risikogebiete oder besonders betroffenen Gebiete in Deutschland mehr aus. COVID-19 ist inzwischen weltweit verbreitet.

Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst
Telefon 116 117

 Hotline des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
Telefon 09131 6808-5101
(täglich 8.00 bis 18.00 Uhr)

Fürsorgepflichten des Arbeitsgebers: Hier haben wir weitere Infos für Sie im Überblick





Robert-Koch-Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus

Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege: Häufig gestellte Fragen







Ein Antrag muss bei der Regierung von Mittelfranken gestellt werden.

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Gemeinsamer Bundesausschuss: telefonische Feststellung von Arbeitsunfähigkeit