Richtfest in Plankstetten
Kloster Plankstetten
Bei schönstem Oktoberwetter konnte in der Benediktinerabtei Plankstetten das Richtfest des größten Strohbaus in Süddeutschland gefeiert werden.

Richtfest in Plankstetten

Staatsminister Füracker: "Ihr macht mit Stroh Zukunft. Der Erfolg wird Euch Recht geben!"

Die Mönche der Benediktinerabtei Plankstetten konnten  im Oktober das Richtfest des Neubaus „Haus St. Wunibald“ feiern, das als größter Strohbau Süddeutschlands für Aufsehen sorgt. „Unser Interesse besteht darin, andere für diese Bauweise zu gewinnen (…) und für einen nachhaltigen Lebensstil zu begeistern“, umschrieb Abt Dr. Beda M. Sonnenberg OS in seinem Eröffnungsgrußwort die Entscheidung für diese ungewöhnliche Bauweise.

Zu den Gästen gehörte der Bayerische Staatsminister der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker, der den Mut und die Ausdauer der Mönche lobte und die Arbeit aller Beteiligten an diesem Vorbildgebäude für klimaschonendes Bauen in Deutschland und Europa würdigte. In seiner Festrede gratulierte  der Staatsminister zu der „mutigen und richtigen Entscheidung“, mit Holz, Stroh und Lehm zu bauen, denn die Ökobilanz sei entscheidend. Stroh sei ein fortschrittlicher, moderner und nachhaltiger Dämmstoff. Durch die Nutzung der eigenen Baustoffe und Lehm aus der Umgebung würden die eigenen Ressourcen vorbildlich genutzt und Transportwege minimiert, stellte Füracker fest und lobte den Neubau, der sich perfekt in das denkmalgeschützte Ensemble einfüge.

Den Richtspruch übernahm Zimmerermeister Manfred Bogner, der mit seinem Team bei diesem Bauprojekt zum ersten Mal mit Stroh gebaut hat. Aus 400 m3 klostereigenem Holz und 300 m3 Biostroh sind 50 Wandmodule, 25 Vollholzdecken sowie zahlreiche Dachelemente in der betriebseigenen Werkhalle der Holzbau Bogner vorgefertigt worden, bevor sie dann auf der Klosterbaustelle verbaut wurden. Für Zimmerermeister Manfred Bogner ist „dieses Bauwerk das beste Beispiel dafür, wie man Digitalisierung und Hightech-Verarbeitung mit modernem Abbundprogramm zusammenbringt mit der handwerklichen Bearbeitung der Urmaterialien Holz und Stroh – ganz nach dem Motto „mit Laptop und Lederhose.“

Kloster Plankstetten; Strohbau; Handwerk; Zimmerer
Sonnenklee GmbH
In der Umpressanlage wurden die für den Bau benötigten Strohballen zunächst aufgelockert und dann in die benötigte Form und Verdichtung umgepresst.
Beim anschließenden Besichtigungstermin erklärt Bauprojektleiter und Vertreter der Bauherrschaft Frater Andreas Schmidt die Vorteile der Strohbauweise: „Der Strohballenbau trägt wie kaum eine andere Bauweise dazu bei, das Klima zu schonen, weil Stroh im Wachstum CO2 bindet, in der Herstellung kaum Energie benötigt und als hervorragende Wärmedämmung CO2 Emissionen durch reduzierten Heizbedarf vermeidet.“ 

Der Mehrzweckbau Haus St. Wunibald gilt gemäß Bayerischer Bauordnung als „Sonderbau“, woraus sich besondere Anforderungen an Statik und Brandschutz ergaben. Als größter Strohbau Süddeutschlands wird das Haus St. Wunibald bereits heute als Vorbildgebäude von öffentlichen und privaten Bauherrschaften sowie Baufachleuten aufgesucht, die Interesse an klimaschonendem Bauen haben.

Die Benediktinerabtei ist Partnerin im EU-Projekt UP STRAW, dessen Ziel es ist, besonders im öffentlichen Bauwesen die Nutzung von Stroh zu steigern und so die sehr hohen CO2 Emissionen im Baubereich zu verringern. Neben vielen anderen Fördergebern wurden aus diesem Projekt des Interreg-Programms North-West-Europe die Baukosten in Höhe von rund sechs Millionen Euro mitfinanziert.



Nähere Informationen zum Bauen mit Stroh und dem EU-Projekt UP STRAW sind zu finden auf den Webseiten

 www.bau-mit-stroh.de sowie

 www.facebook.com/bau.mit.stroh

Informationen zur Generalsanierung des Klosters lesen Sie unter  www.kloster-plankstetten.de/strohbau

 Lesen Sie auch unseren Bericht "Strohbau in Plankstetten" aus den Anfängen der Baustelle