Für das Handwerk unterzeichneten Präsident Thomas Zimmer, Handwerkskammer für Oberfranken, und Präsident Thomas Pirner, Handwerkskammer für Mittelfranken (v. l.) die Resolution für eine zukunftsfähige Schienenverbindung nach Tschechien.
Handwerkskammer für Mittelfranken
Für das Handwerk unterzeichneten Präsident Thomas Zimmer, Handwerkskammer für Oberfranken, und Präsident Thomas Pirner, Handwerkskammer für Mittelfranken (v. l.) die Resolution für eine zukunftsfähige Schienenverbindung nach Tschechien.

Resolution unterzeichnet

Handwerk und Industrie kämpfen für zukunftsfähige Schienenverbindung nach Tschechien

Klimagipfel, Wirtschaftsgipfel, G7-Gipfel – und jetzt auch noch Verkehrsgipfel? In Marktredwitz trafen sich kürzlich die Vertreter mehrerer Kammern und Wirtschaftsverbände, die zusammen rund 330000 Mitglieder vertreten, um gemeinsam eine Resolution zu unterzeichnen. Auf dem Verkehrsgipfel plädierten sie für eine zukunftsfähige Schienenverbindung zwischen Oberfranken und Tschechien, konkret: für den Ausbau und die lückenlose Elektrifizierung der Schienenverbindung Nürnberg-Marktredwitz-Cheb-Pilsen-Prag als Teil des europäischen TEN-Korridors Ostrava-Prag-Nürnberg-Frankfurt. „Ich habe bereits viele Briefe zu diesem Thema unterzeichnet, hoffen wir, dass es diesmal etwas bringt“, seufzte Präsident Thomas Zimmer, Handwerkskammer für Oberfranken.

Wirtschaft braucht Wege

Seit 1992 wird auf deutscher Seite an Elektrifizierung und Ausbau geplant. Auf tschechischer Seite wiederum ist das Projekt längst abgeschlossen. „Jetzt müssen an der Grenze die Dieselloks gegen Elektroloks getauscht werden“, schimpfte Harald Leupold, Vizepräsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken. „Wirtschaft braucht Wege und freie Fahrt. Das bringt Dynamik. Und die darf dann an der Grenze nicht entschleunigt werden“, appellierte Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken Bayreuth. Denn die Wirtschaftsbeziehungen mit Tschechien sind rege. Für Bayern ist der Nachbar der Wirtschaftspartner Nummer Eins in Europa - mit immerhin 22 Milliarden Euro Handelsvolumen. Doch auch beim innerdeutschen Ausbau entstünden Synergien, z. B. bei der Franken-Sachsen-Magistrale (Nürnberg-Marktredwitz-Chemnitz-Leipzig/Dresden) und beim Ausbau des S-Bahn-Verkehrs im Großraum Nürnberg durch den Nordostkorridor. „Nicht nur die Mobilität von Gütern würde befördert werden, auch der Pendlerverkehr profitiert davon – immerhin strömen rund 160000 Menschen täglich in die Stadt“, führte Leupold aus. Präsident Thomas Pirner, Handwerkskammer für Mittelfranken, unterzeichnete daher nur zu gerne die Resolution, die jetzt den Abgeordneten der einzelnen Regionen zur Kenntnis überreicht wird und anschließend nach Berlin geht. Sein Appell: „Ich hoffe, dass diese Resolution gehört – und dann auch zügig umgesetzt wird.“

Zusammenschluss für ein Ziel

Die Unterzeichnenden

  • Sonja Weigand, Präsidentin IHK für Oberfranken Bayreuth
  • Ing. Josef Ciglanský, Vorsitzender KHK Karlovarského kraje
  • Bernard Bauer, Geschäftsführendes Mitglied Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer
  • Harald Leupold, Vizepräsident IHK Nürnberg für Mittelfranken
  • Thomas Zimmer, Präsident Handwerkskammer für Oberfranken
  • Tino Bauer, Vorsitzender Verkehrsausschuss der IHK Chemnitz
  • Thomas Pirner, Präsident Handwerkskammer für Mittelfranken
  • Peter Seidel, Vizepräsident Handwerkskammer für Chemnitz

fordern die Politik in Bund und Land mit Nachdruck auf,

  • Planungszeiten zu minimieren, die Vorplanungen zügig abzuschließen und die Ausführungsplanungen vordringlich zu beginnen sowie
  • Ausbau und Elektrifizierung der Strecke Nürnberg-Marktredwitz-Cheb mit höchster Priorität umzusetzen und dafür die Finanzmittel bereitzustellen, um die Elektrifizierungslücke zwischen Prag und Nürnberg über Marktredwitz zu schließen.