Brotprüfung der Bäckerinnung Erlangen-Hersbruck
Buchmann
Top-Qualität: Prüfer Manfred Stiefel überreichte Harald Böhm, Laura Marazek von der Bäckerei Polster, Jochen Meyer und Boris Ramic von ¿Der Beck¿ (von rechts) ihre Ehrenurkunden

Plunderteilchen als Genusstüpfelchen

Frankens Bäcker können weit mehr als „nur“ Brot und Semmeln: Die Bäckerinnung Erlangen-Hersbruck trat den genusstechnischen Beweis an und erweiterte ihre Brot- und Brötchenprüfung 2021 erstmals um die Begutachtung leckerer Plunderteilchen. Mit durchschlagendem Ergebnis: Ob dänischer Plunder oder Nussschnecke, Quarktasche oder Mandelhörnchen – gleich 15 Proben landeten auf dem Tisch des Verkosters und ernteten zehn Mal die Note „sehr gut“ und fünf Mal „gut“. Insgesamt gab es mit 35 Mal Note 1 und 18 mal Note 2 einen 100-prozentigen Prüfungserfolg.

Wie im Vorjahr machte die Corona-Pandemie der Innung bei ihrem Bemühen um Kundennähe einen Strich durch die Rechnung: Statt im Rathaus oder in einer Einkaufs-Mall hielt man den freiwilligen Qualitätstest hinter verschlossenen Türen im „Haus des Handwerks“ ab. Der Infektionsschutz hatte Vorrang. Vier Stunden lang nahm Manfred Stiefel 54 (2020: 39) eingereichte Proben aus sieben Bäckereien unter die Lupe. Der unabhängige Sachverständige des Deutschen Brotinstituts in Berlin prüfte die anonym vorliegenden Backwerke sensorisch nach Kriterien wie Geschmack, Krume, Form, Geruch, Krusteneigenschaften, Lockerung oder Krumenbild. Und da gab es einiges zu kosten: Vom Haundorfer Bauernbrot über Frankenkorn und Kellerbrot, Landsknecht- und Holzofenbrot bis zum Kürbis-Vollkorn-Powerbrot, vom Gewürzlaib übers Bio-Schwabenkorn bis zum Dinkel-Baguette reichte die 27 Proben zählende Brotpalette.

Bei den elf Proben Kleingebäck war vom Spitzweck und Krustis über Bio-Weizenvollkornbrötchen, Vollkornstangen und Schrippen bis zum exotischen „Straßburger Kranz“ für jeden Gaumen etwas dabei.

Am Ende konnte sich Obermeister Jochen Meyer (Erlangen)  über ein „super Ergebnis“ freuen:

  • Für 17 Backwaren (63 Prozent) die volle Zahl von 100 Punkten und damit die Note „sehr gut“,
  • für 10 (37 Prozent) zudem ein „gut“.
  • Bei den Brötchen erhielten sogar 72 Prozent die Bestnote und 27 Prozent ein „gut“.
  • Bei den Plunderteilchen waren es 67 und 33 Prozent.

Der Innungschef zeigte sich denn auch vollauf zufrieden – auch mit der Idee der Erweiterung, die Innungsmitarbeiterin Elfriede Schleicher hatte. So erreichte man fast das Limit (60) der an einem Tag prüfbaren Proben. An die Verbraucher appellierte er, den täglichen Brotkauf im Bäckerhandwerk zu tätigen: So könne jeder Kunde etwas zum regionalen und umweltfreundlichen Wirtschaften beitragen. 2022 möchte die Innung die Prüfung wieder öffentlichkeitswirksam vor Publikum ausrichten – eventuell im neu erbauten Landratsamt in Erlangen.

Ehrenurkunden in Gold für volle Punktzahl in drei aufeinanderfolgenden Jahren erhielten Harald Böhm für sein doppelt gebackenes Uttenreuther Bauernbrot und die Bäckerei Pickelmann für ihre „Kornecke“ und ihr Holzofen-Walnussbrot.

Prämiert wurden die Produkte folgender Bäckereien:

  • „Der Beck“ (Erlangen-Tennenlohe),
  • Andreas Böhm (Uttenreuth),
  • Brezen Meyer (Erlangen),
  • Der Kalchreuther Bäcker, Inh. Wiehgärtner (Kalchreuth),
  • Pickelmann KG (Bubenreuth),
  • Polster GmbH & Co. KG (Haundorf),
  • Mühlenbäckerei Werner Fumy (Höchstadt).

Alle Einzel-Ergebnisse sind im „Bäckerfinder“ unter www.brot-test.de im Internet zu finden. Das Deutsche Brotinstitut stellt auch eine kostenlose App bereit, in der Verbraucher mit Eingabe ihres Wohnortes ausgezeichnete Bäcker in ihrer Nähe finden können.