Neue Gewerbeabfallverordnung

Zusätzliche Trenn- und Dokumentationspflichten

Wer ist betroffen?

Die neue Gewerbeabfallverordnung gilt seit dem 1. August 2017 für alle Handwerksbetriebe, die Erzeuger und Besitzer von gewerblichen Abfällen oder bestimmten Bau- und Abbruchabfällen sind.

Welche Abfälle sind gemeint?

Gewerbliche Abfälle sind alle Abfälle, die im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit im Unternehmen anfallen. Unter die Bau- und Abbruchabfälle wiederum fallen alle Abfallfraktionen, die auf der Baustelle anfallen - Dämmmaterial, Gips usw.

Was ändert sich für die Betriebe?

  • Es gibt zusätzliche Trennpflichten:

Die gewerblichen Abfälle und die Bau- und Abbruchabfälle müssen in weitere zusätzliche Abfallfraktionen getrennt werden. Bei den gewerblichen Abfällen müssen nun zusätzlich Holz und Textilien getrennt erfasst werden. Die Bau- und Abbruchabfälle müssen zukünftig noch zusätzlich in die Abfallfraktionen Holz, Dämmmaterial und Bitumengemische getrennt werden.

 Ausnahmen von den Trennpflichten:

Ausnahmen gibt es bei Gewerblichen Abfällen sowie Bau- und Abbruchabfällen, wenn die Kosten für die getrennte Sammlung aufgrund der sehr geringen Menge einzelner Abfallfraktionen die Kosten einer gemischten Sammlung und einer anschließenden Vorbehandlung deutlich übersteigen. Als geringe Menge, ab der eine getrennte Sammlung als nicht wirtschaftlich angesehen wird, gelten 50 Kilo je Abfallfraktion und Woche.

Eine zusätzliche Ausnahme gilt für Bau- und Abbruchabfälle, wenn auf der Baustelle der Platz für die Aufstellung der Abfallbehälter nicht ausreicht.

  • Es muss dokumentiert werden:

Zukünftig müssen die Mengen der getrennt gesammelten Abfälle dokumentiert werden. Das gilt auch für gemischte Mengen, die aufgrund technischer oder wirtschaftlicher Unzumutbarkeit nicht getrennt werden.

Ausnahmen von den Dokumentationspflichten:

Bau- und Abbruchabfälle: Grundsätzlich ausgenommen von den Dokumentationspflichten sind Bau- und Abbruchmaßnahmen, bei denen das Volumen der insgesamt anfallenden Abfälle 10 Kubikmeter nicht übersteigt.

Informationsveranstaltung in der Hochschule

Im Rahmen einer gemeinsamen Informationsveranstaltung mit der Bau-Innung Nürnberg, der Metall-Innung Nürnberg, der Dachdecker-Innung Mittelfranken und der Innung für Sanitär-, Heizung- und Klima Nürnberg-Fürth am Montag, 25. September, werden wir über die neue Gewerbeabfallverordnung informieren.
Falls Sie an diesem Abend keine Zeit haben, beraten wir Sie auch gerne kostenlos vor Ort. So erfahren Sie, ob in Ihrem Unternehmen Handlungsbedarf besteht und wie Sie die Anforderungen konkret umsetzten können.