Die Handwerkskammer hat ihre jungen Meisterinnen und Meister gefeiert!
Melanie Gal/Marc Schlüter
Die Handwerkskammer hat ihre jungen Meisterinnen und Meister gefeiert!

Jetzt steht uns alles offen Mittelfrankens Handwerk feiert seine Meisterinnen und Meister

Knapp 1.000 Menschen hatten sich kürzlich trotz Hitze und Frankenderby in schicken Klamotten, mit Anzug, Krawatte und im Abendkleid in der Messe Nürnberg versammelt. Um was zu tuhwk-mittelfranken.de/meisterfeier2022 n? Um den mittelfränkischen Handwerksmeisterinnen und -meistern 2021 und 2022 zu applaudieren. Und genau das taten sie: lange, ausdauernd und laut. Denn die 200 VIPs, die in den ersten Reihen saßen, hatten Großartiges vollbracht. In Pandemiezeiten hatten sie ihren Meisterkurs absolviert und erfolgreich abgeschlossen.  
„Dieser Applaus ist für euch“, rief Thomas Pirner, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, den jungen Frauen und Männern zu, die unter Standing Ovations in die Frankenhalle einliefen. „Es gibt zu viele Mund- und zu wenig Handwerker“, sagte Kammer-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Elmar Forster. „Dabei gibt es keine Wende ohne Hände: Weder bei der Energie, noch beim Verkehr oder der Mobilität. Wer soll denn die 400.000 Wohnungen bauen, die von der Bundesregierung versprochen wurden?“ Einige dieser zukünftigen Wohnungsbauer und Wende-Gestalter fanden sich an diesem Abend auf der Bühne wieder. „Sie sind unsere Zukunft“, bekräftigte Thomas Pirner noch einmal.  

Viele Kollegen versammelt 

Und auch die Meisterinnen und Meister selbst freuten sich, so viele ihrer Kolleginnen und Kollegen versammelt zu sehen: „Es ist so schön zu sehen, wie viele Handwerker es da draußen noch gibt. Und es ist unsere Aufgabe, die Jugend für unser Handwerk zu begeistern“, sagte ein junger Kälteanlagenbauer auf der Bühne. „Jetzt steht uns alles offen.“  
Ein bisschen wehmütig blickte aber auch der ein oder andere auf die vergangenen zwei Jahre zurück: „Es war ´ne rischtisch geile Zeit“, resümiert beispielsweise Fliesenlegermeister Mirco Zang. Der 26-Jährige wollte sich unbedingt weiterbilden, schließlich „lernt man in seinem Handwerk nie aus.“ Parallel hat er seinen eigenen Betrieb gegründet. Im Moment ist er noch eine One-Man-Show, aber das Geschäft läuft: „Ich bin bis zum Jahresende ausgebucht.“ Er hat die Zeit mit den Kollegen genossen. Genau wie Timur Kalay. Die beiden hatten sich im Kurs kennen- und schätzen gelernt. Der 34-Jährige möchte irgendwann den Familienbetrieb übernehmen. „Aber das dauert noch. Der Papa macht, bis er umfällt“, sagt er lachend. Beide möchten mittelfristig auch Lehrlinge einstellen, um ihr Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. „Das wäre für unseren Betrieb das erste Mal, dass wir jemanden außerhalb der Familie einstellen. Ich bin schon gespannt“, sagt Timur Kalay.  

Nachfolge im Familienbetrieb 

Ebenfalls um eine Nachfolge im Familienbetrieb geht es bei Sabrina Bodendörfer. Die 29-Jährige wird das elterliche Unternehmen mit ihrem Bruder Matthias fortführen. Er ist schon länger Friseurmeister. Jetzt hat sie nachgezogen. Dass sie Friseurin werden möchte, stand für sie nie zur Diskussion. „Das hat mich schon immer interessiert und es hat mir auch immer gut gefallen.“ Auch sie hat im Kurs eine neue Freundin gewonnen: Lisa Küpfer. „Ich hatte mich im Beruf noch nicht richtig angekommen gefühlt. Ich wollte etwas Neues, brauchte frischen Wind.“ Also begann sie den Meisterkurs. „Und wer weiß: Vielleicht mache ich mich jetzt mit einem Laden selbstständig.“ Das wirtschaftliche Denken hat sie aus dem Kurs schon mitgenommen. „Man lernt einfach, die Dinge anders zu betrachten, als wenn man angestellt ist“, bestätigt auch Sabrina Bodendörfer. „Man kennt dann die ganzen Hintergründe und erfährt auch mehr z. B. über die Führung von Mitarbeitern.“ Teil III fiel beiden schwer –, aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall: „Ich habe es nicht bereut“, bekräftigen die beiden.  

Sieben Jahre unterwegs 

So sieht es auch Tom Richter. Für den 40-jährigen Schreinermeister ändert sich durch den Titel erst mal wenig, aber er brennt für sein Handwerk und „so wird es eine runde Sache“, findet er. Er war sieben Jahre auf Wanderschaft, arbeitet im Moment selbstständig und auf einer halben Stelle mit Menschen mit Behinderung. Seine Sesshaftigkeit feiert er jetzt nicht nur mit seinem Meisterbrief, sondern auch mit der „besten aller Frauen“. Gemeinsam haben sie sich ein Haus gekauft, das sie in den kommenden Jahren sanieren werden. Was er über seinen Beruf denkt? „Ich stehe jeden Morgen gerne auf und ich beginne jeden Morgen gerne meine Arbeit.“ Und das jetzt als Meister.  

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