Geprüfte kaufmännische Fachwirtinnen; Unternehmerfrauen Ansbach e.V.
Handwerkskammer für Mittelfranken
Sie feierten zusammen den erfolgreichen Abschluss zur Geprüften kaufmännischen Fachwirtin nach der Handwerksordnung und nahmen zum Fototermin die Masken kurzfristig ab (v. li.n.re.): Dozentin Claudia Born, Aneta Pevak, Dr. Rainer-Johannes Wolf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken, Simone Bauereiß, Elke Heidingsfelder, Susanne Schwab, Vorsitzende der Unternehmerfrauen Ansbach/Westmittelfranken e.V., Monika Fischer, Beate Löhe, Stefanie Wasserburger-Probst, Dagmar Wagner, Sabrina Sitzmann, Susanne Vogel, Nadja Höfling. Nicht auf dem Foto: Stephanie Blach.

Mit Selbstbewusstsein einen Betrieb führen

Elf geprüfte kaufmännische Fachwirtinnen feierten ihren Abschluss.

Was für ein Tag. Katastrophenalarm im Landkreis Ansbach wegen des anhaltenden Dauerregens und Bombenalarm am Ansbacher Hauptbahnhof. Eigentlich war die Abschlussfeier für die geprüften kaufmännischen Fachwirtinnen nach der Handwerksordnung (HWO) in der nahegelegenen Orangerie geplant und musste kurzfristig in eine Location außerhalb der Bannmeile des Sprengmeisters verlegt werden. All dies konnte die elf Damen, die zusammen mit Dr. Rainer-Johannes Wolf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken, ihren Abschluss feierten, nicht erschüttern. Immerhin hatten sie eine zwei Jahre dauernde Fortbildung hinter sich gebracht, inklusive Corona-Lockdown.

Glücklich und sehr stolz nahmen sie vergangenen Freitag ihre Abschlussurkunden aus der Hand von Rainer-Johannes Wolf und Susanne Schwab, der Vorsitzenden der Unternehmerfrauen Ansbach/Westmittelfranken e.V. entgegen. Zusätzlich konnten sich alle Damen über eine „Finanzspritze“ der Bayerischen Staatregierung freuen. Jede erhielt für ihre erfolgreich abgelegte Fortbildungsprüfung den Meisterbonus in Höhe von 2.000 Euro. Als Prüfungsbeste wurden Stefanie Wasserburger-Probst und Aneta Pevak für ihre erreichten Leistungen mit der Urkunde „Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung“ ausgezeichnet.

„Wir haben gepokert,“ sagte Wolf in seiner Laudatio, „und gehofft, dass wir in dieser Krise doch noch ein Zeitfenster finden, das es uns erlaubt, mit Ihnen persönlich zu feiern. Und: es hat geklappt und so kann ich Ihnen heute persönlich, im Namen der Handwerkskammer und des mittelfränkischen Handwerks zu Ihrem Abschluss gratulieren.“ Einen zweijährigen Lehrgang durchzuziehen, jeden Mittwoch die Schulbank zu drücken, zusätzlich zu den Verpflichtungen in Betrieb und Familie, seit mehr als einem Jahr Corona, und doch nicht locker zu lassen, sei, so Wolf, eine großartige Leistung. „Der Abschluss „Geprüfte Kaufmännische Fachwirtin nach der Handwerksordnung“ ist gleichwertig mit dem Bachelor-Abschluss der akademischen Bildung.“ betonte er ausdrücklich.

Im Lehrgang eigneten sich die elf Absolventinnen Kenntnisse an, die sie zur Ausübung von Fach- und Führungspositionen in den kaufmännisch- administrativen Bereichen von Handwerksbetrieben sowie anderen kleinen und mittleren Unternehmen einsetzen können. Wie wichtig dies für die einzelnen Betriebe war, schilderte Elke Heidingsfelder, als sie für die Abschlussklasse ein Résumé zog. „Wir haben viel erreicht und durch die gute Ausbildung bei der Handwerkskammer neues Wissen für die Unterstützung unserer Familienbetriebe erworben. Wir konnten unsere Betriebe festigen. Unwirtschaftliche Betriebszweige wurden abgeschafft, neue Betriebszweige entwickelt oder Abläufe umstrukturiert“, zählte Heidingsfelder auf. Bei den eigenen Mitarbeitern, aber auch gegenüber Banken oder Steuerberatern könne man mit diesem Wissen selbstbewusster auftreten und zeigen, dass man sich auskenne, hob sie hervor. Auch die Vorsitzende der Unternehmerfrauen Susanne Schwab würdigte die Leistung der elf Absolventinnen in den vergangenen zwei Jahren. Gerade für berufsfremde Frauen, die in einen Handwerksbetrieb einheiraten, sei solch eine Fortbildung, wie sie von der Handwerkskammer angeboten würde, Gold wert.

Man wolle die Zeit nicht missen, hieß es aus den Reihen der Absolventinnen. Über die Jahre habe sich eine Gemeinschaft aufgebaut, die nicht nur gemeinsam die Freizeit verbrachte, sondern sich gegenseitig mit Rat und Tat unterstützte, wenn Probleme auftraten: „Es war einfach eine tolle Zeit, trotz aller Lernerei.“

Viel Schwung und Elan lag an diesem Abend in der Luft. Es wurde von Projekten erzählt, die die einzelnen Damen in ihren Betrieben nun angeregt und umgesetzt haben. Und es wurden Zukunftspläne geschmiedet. Vielleicht doch noch weiter fortbilden? Dozentin werden oder wie Rainer-Johannes Wolf es anregte, die nächste Stufe der Fortbildungsleiter erklimmen, die Betriebswirtin? Die Zukunft wird es zeigen.