Lebkuchen und Bier
Buchmann

Lebkuchen und Bier - eine leckere Liaison

Bäcker und Brauer zeigten in Nürnberg neue Genuss-Ideen

Haben Sie schon einmal einen Nürnberger Lebkuchen mit Schokoglasur und dazu einen Schluck dunkles Starkbier genossen? Oder ein Lebkuchen-Kirsch-Dessert mit Bierschaum? Die Kombination Lebkuchen und Bier ist nicht alltäglich, aber absolut empfehlenswert, finden die Bäckerinnung Nürnberg und der Bayerische Brauerbund. Beide urtypischen Spezialitäten sind als geschützte geografische Angabe (g. g. A) von der EU geadelt, Kunden schätzen jede für sich – und gemeinsam sind sie „unwiderstehlich“.

Wurzeln im Kloster

Dass ihre Premium-Produkte zu Recht zum „WeltGenussErbe Bayern“ (so der Name der Kampagne der g. g. A.-Schutzgemeinschaften und des Ernährungsministeriums im Freistaat) gehören, unterstrichen die Organisationen im Betrieb des Nürnberger Bäcker-Obermeisters Markus Döllner. Laut Brauerbund-Hauptgeschäftsführer Dr. Lothar Ebbertz haben beide ihre Wurzeln in Bayerns Klöstern. Mönche brauten hier unter anderem besonders gehaltvolle Winter- und Festbiere, und in ihren Apotheken entstand der Lebkuchen als ein mit Heilkräutersäften vermischter Honigfladen.

Die Brauer heute beschränken sich gemäß Reinheitsgebot von 1516 auf Malz, Hopfen, Hefe und Wasser. Und Bäckermeister Döllner? In seine Elisenlebkuchen kommen mindestens 25 Prozent Haselnüsse, außerdem Zucker, Honig, Eiweiß, Marzipan, Aprikosenmarmelade, Zitronat, Orangeat und maximal 8 Prozent Mehl. Die kleinen Fladen sind weltweit gefragt: Per Post gehen sie an Kunden in Berlin, Italien, Thailand oder den USA; sogar am Südpol wurden sie schon verspeist. Markus Döllner isst seine Lebkuchen gerne frisch – und am liebsten mit dunklem Schoko-Überzug mit 60 Prozent Kakaoanteil.

Aromatischer Lebkuchen passt zum dunklen Bier

Welches Bier wohl dazu passen würde? Für Diplombraumeister Walter König ist ganz klar: ein dunkler Doppelbock mit edlen Röstaromen und gegebenenfalls korrespondierenden Noten von Honig, Nelken und Kaffee. Nach Aussage des Geschäftsführers des Brauerbundes gilt grundsätzlich: „Je aromatischer der Lebkuchen, desto aromatischer und kräftiger darf für eine perfekte Geschmacksharmonie auch das Bier sein.“ Seine Gäste, unter ihnen auch Bayerns Bierkönigin Johanna Seiler aus Appetshofen (Lkr. Donau-Ries), Nürnbergs Kreishandwerksmeister Achim Hanisch und Kreishandwerkerschafts-Geschäftsführerin Manuela Wohlert machten die Probe aufs Exempel. Ein brauner Lebkuchen ohne Glasur harmoniert prima mit einem kräftigen Festbier oder Weizenbock – ein zuckerglasierter Lebkuchen eher mit einem hellen Weißbier, dessen fruchtige Frische die Noten von Zitronat/Orangeat im Backwerk bestens unterstützt.

Koch und Braumeister Thomas Reblitz belegte die perfekte Harmonie von Lebkuchen und Bier im Anschluss in der Tucher-Braustätte Altes Sudhaus mit beispielsweise Maroni-Cremesuppe mit Waldpilz-Lebkuchen-Nocken, glaciertem Kaninchenrücken mit Biersauce, Zwetschgen-Knödel mit Lebkuchen-Parfait oder Quitten-Weizenbock-Sabayon.

 Weitere Infos und Rezepttipps auf www.bayerisches-bier.de