Das Haus in der Judengasse 10 in Rothenburg ist das erste Projekt der 2018 ins Leben gerufenen Stiftung Kulturerbe Bayern.
Kulturerbe Bayern e. V./ Tim Kietscher Sensation RED Fotografie
Das Haus in der Judengasse 10 in Rothenburg ist das erste Projekt der 2018 ins Leben gerufenen Stiftung Kulturerbe Bayern.

Kulturerbe Bayern

Der erste Schützling der Stiftung Kulturerbe Bayern sorgt schon für ein Sensationsergebnis: in der Judengasse der Stadt Rothenburg o. d. T. wurde ein jüdisches Ritualbad, eine sogenannte Mikwe entdeckt.

Eine Steintreppe führt in die Mikwe, ein Tauchbad, das zur rituellen Reinigung genutzt wurde.
Kulturerbe Bayern e. V./ Tim Kietscher Sensation RED Fotografie
Eine Steintreppe führt in die Mikwe, ein Tauchbad, das zur rituellen Reinigung genutzt wurde.

„In Kombination mit dem laut dendrochronologischer Analyse im Jahr 1410 darüber erbauten Wohnhaus ist dieses Ensemble deutschlandweit einmalig“, erzählte Dr. Andreas Hänel vom Vorstand der Stiftung Kulturerbe Bayern anlässlich der ersten Präsentation des Gebäudes. Dies war zweifelsohne die spektakulärste Entdeckung im Haus Judengasse 10.

Aber damit nicht genug: So fand man heraus, dass im Erdgeschoss ehemals eine flächendeckende große Eingangshalle existierte, deren Decke durch einen raumüberspannenden und von einer Säule getragenen Unterzug getragen wurde und von der aus gleich neben dem Eingang ehemals der Eingang in das Mikwe-Gewölbe lag.

 „Deshalb vermuten wir, dass das Gebäude zum Teil auch eine offizielle Aufgabe im Leben der jüdischen Gemeinde erfüllte“, erklärte Architekt Andreas Konopatzki, der sich ehrenamtlich um die Erforschung der Baugeschichte seines Nachbarhauses kümmerte.

„In Kombination mit dem laut dendrochronologischer Analyse im Jahr 1410 darüber erbauten Wohnhaus ist dieses Ensemble deutschlandweit einmalig“, erzählte Dr. Andreas Hänel vom Vorstand der Stiftung Kulturerbe Bayern anlässlich der ersten Präsentation des Gebäudes. Dies war zweifelsohne die spektakulärste Entdeckung im Haus Judengasse 10.

Aber damit nicht genug: So fand man heraus, dass im Erdgeschoss ehemals eine flächendeckende große Eingangshalle existierte, deren Decke durch einen raumüberspannenden und von einer Säule getragenen Unterzug getragen wurde und von der aus gleich neben dem Eingang ehemals der Eingang in das Mikwe-Gewölbe lag. „deshalb vermuten wir, dass das Gebäude zum Teil auch eine offizielle Aufgabe im Leben der jüdischen Gemeinde erfüllte“, erklärte Architekt Andreas Konopatzki, der sich ehrenamtlich um die Erforschung der Baugeschichte seines Nachbarhauses kümmerte. Die nächste Überraschung bot sich im ersten Obergeschoss. Dort hat sich eine spätmittelalterliche Bohlenstube erhalten, traditionell der einzige heizbare Raum im ganzen Haus und dementsprechend mit einer Lehmdecke obenauf isoliert.
Und dann schließlich der Dachstuhl. Er erstreckt sich auch noch über das Nachbarhaus Judengasse 12 und ist nur mit einer sogenannten Kommunwand vom Nachbarn getrennt. „Der letzte Baum für diesen Dachstuhl wurde im Sommer 1410 geschlagen“, lautete, so Konopatzki, das Ergebnis der dendrochronologischen Untersuchung.

Viel Ehrenamt

Dass so viel Einmaliges gerettet werden konnte, verdanke man auch der tatkräftigen Unterstützung vieler Ehrenamtlicher des Vereins Alt-Rothenburg, die bei den anstehenden archäologischen Grabungen hilfreich zur Hand gingen. Aber noch sehen die alten Wände und Mauern sehr mitgenommen aus. Sie hatten über die Zeiten hinweg und besonders in den letzten Jahren, bevor der Verein Alt-Rothenburg das Haus ankaufen konnte, sehr viel Unbill über sich ergehen lassen müssen. „Vieles werden wir möglichst nur konservieren und nicht restaurieren, damit die Besucher des Hauses möglichst viel originale Bausubstanz beschauen dürfen,“ erklärte Konopatzki. „Wir werden Wohn- und Begegnungsräume schaffen und dabei die historische Substanz des Gebäudes in größtmöglichem Umfang erhalten“ erklärte der ehrenamtliche Projektleiter für die Rettung des Schützlings das weitere Vorgehen und ergänzt „Besonders wichtig ist es, die Geschichte des Hauses mit Bohlenstube und Mikwe für alle erfahrbar zu machen. Die Entwurfspläne für die Instandsetzung seien schon in ehrenamtlicher Arbeit erarbeitet worden. Nun müssten die Eingabepläne entwickelt werden.

Spender gesucht

Auf 1,5 Millionen Euro Kosten wird die Instandsetzung des Hauses in der Judengasse kommen. Davon wurden von Seiten des Denkmalschutzes 725.000 Euro zu gesichert. Die Deckungslücke von 775.000 Euro will die Stiftung mit Spenden, Bankdarlehen u. ä. absichern. Umso wichtiger ist die Leistung der ehrenamtlichen Unterstützer bei den Vorarbeiten. „Wir laden darüber hinaus Unternehmen ein, uns mit ihrer Kompetenz zu unterstützen und freuen uns auf vielfältige Koopertationen“, warb Andreas Hänel in Rothenburg um weitere Unterstützer. Bereits im ersten Projektjahr haben regionale Unternehmen zum Erhalt der Judengasse 10 beigetragen.

Wer das Projekt mit einer Spende unterstützen möchte, kann diese auf ein Spendenkonto einzahlen:
Sparkasse Dachau, IBAN DE38 7005 1540 0280 7801 98.
Alle Spenden fließen unmittelbar in die Instandsetzung des geschichtsträchtigen Hauses.

Führung

Wenn Sie an einer Führung durch dieses Haus interessiert sind, melden Sie sich bitte  bei

Agnes Graf-Then

Tel. 0911 5309-194
Fax 0911 5309-291
agnes.graf--at--hwk-mittelfranken.de

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