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Krankenversicherungsbeitrag sinkt 2019

Ab dem 1. Januar 2019 wird die Mindestbemessungsgrundlage zur gesetzlichen Krankenversicherung halbiert. Was das für Sie bedeutet, erläutern wir Ihnen gerne im Überblick.

Bisherige Beitragsbemessung

Bislang galten für gesetzlich Krankenversicherte unterschiedliche Beitragsbemessungsregeln: Im laufenden Jahr 2018 betrug die sogenannte Mindestbemessungsgrundlage für abhängig Beschäftigte 1.015 Euro, für Selbstständige (die freiwillig versichert waren) rund 2.284 Euro im Monat.

Mindestbemessungsgrundlage bedeutet, dass die Krankenkassen von einem „fiktiven Minimum“ ausgehen: Auch wenn das tatsächliche Einkommen niedriger ist, wurden die Versicherten von den Krankenkassen so eingestuft, als würden sie 2.284 Euro pro Monat verdienen. Insbesondere Existenzgründer und Kleinselbstständige wurden in der Vergangenheit durch diese Regelung finanziell teilweise stark belastet.

Bei einem Beitragssatz von 14 Prozent ohne Krankengeldanspruch kam der abhängig Beschäftigte so bisher auf einen Mindest-Monatsbeitrag von 142 Euro, der Selbstständige sogar auf rund 320 Euro.



Judith Lazarus

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Neuregelung

Zum 01. Januar 2019 sinkt die Mindestbemessungsgrundlage für freiwillig Versicherte auf 1.038,33 Euro. Damit verringert sich deren Mindestbeitrag zur Krankenversicherung um mehr als die Hälfte von rund 360 Euro auf rund 156 Euro.

Rechtsgrundlage ist das GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG). 



 Die Unterteilung in zwei unterschiedliche Mindestbemessungsgrenzen für Arbeitnehmer und Selbstständige entfällt. Zudem prüfen die Krankenkassen künftig nicht mehr, ob eine haupt- oder nebenberufliche Selbstständigkeit ausgeübt wird.

Überschreiten der Mindestbemessungsgrenze

Bei Einnahmen oberhalb der Mindestbemessungsgrenze werden weiterhin die tatsächlichen Einnahmen zur Berechnung der Beiträge herangezogen. Ermittelt werden diese anhand des Einkommenssteuerbescheides für das jeweilige Kalenderjahr.



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Obergrenze

Im Jahr 2018 lag die Beitragsbemessungsgrenze bundeseinheitlich bei 4.425 Euro im Monat und wird im Jahr 2019 voraussichtlich auf 4.537,50 Euro steigen. Einkünfte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze werden zur Berechnung der Krankenkassenbeiträge nicht herangezogen.



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Zusatzbeiträge

Zum Beitrag hinzu kommt der vom jeweiligen Finanzbedarf der Krankenkasse abhängige Zusatzbeitrag  zwischen 0,3 und 1,7 Prozent des Einkommens. Ab Januar 2019 zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber den Zusatzbeitrag je zur Hälfte.



Erhöht die Krankenkasse ihren jeweiligen Zusatzbeitrag, steht den Versicherten ein Sonderkündigungsrecht zu. Sie können dann zu einer günstigeren Krankenversicherung wechseln.  

Krankengeldanspruch für Selbstständige

Arbeitnehmer haben im Falle einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von 6 Wochen (42 Kalendertage) einen Entgeltfortzahlungsanspruch gegen ihren Arbeitgeber. Danach erhalten sie Krankengeld von ihrer Krankenkasse. Freiwillig Versicherte, die den regulären Beitrag bei ihrer Krankenversicherung zahlen, haben dagegen keinen Krankengeldanspruch.

Selbstständige können das Risiko für die Zeit ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit dadurch absichern, dass sie statt des ermäßigten Beitrags (14 Prozent plus Zusatzbeitrag) den regulären Beitragssatz (14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag) zahlen.

Krankengeld schon ab der zweiten oder dritten Krankheitswoche können Versicherte beziehen, die sich für einen Wahltarif mit entsprechend höheren Beiträgen entscheiden. Da der Versicherte an den Wahltarif jedoch drei Jahre lang gebunden ist und ihm bei einer Beitragserhöhung zudem kein Sonderkündigungsrecht zusteht, sollte alternativ hierzu in Erwägung gezogen werden, stattdessen eine private Zusatzversicherung mit Krankentagegeldanspruch abzuschließen.



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