Fliesen-,Platten- und Mosaikleger gehören zu den zwölf Gewerken, die die Rückvermeisterung betreffen könnte.
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Fliesen-,Platten- und Mosaikleger gehören zu den zwölf Gewerken, die die Rückvermeisterung betreffen könnte.

Gesetzentwurf zur Meisterpflicht beschlossen

In zwölf Gewerken soll die Meisterpflicht ab 2020 wieder eingeführt werden.

Die große Koalition hat sich zum Ziel gesetzt, in zwölf Berufen die Meisterpflicht wieder einzuführen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf, der zum 1.1.2020 Realität werden soll, wurde jetzt vom Bundeskabinett verabschiedet.  "Wir begrüßen grundsätzlich die Rückkehr zur Meisterpflicht in den angedachten Berufen", so Prof. Dr. Elmar Forster, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken. "Denn unser Meisterbrief steht für ein hohes Qualitäts- und Leistungsversprechen sowie Verbraucherschutz. Der Grundstein hierfür wird in der Qualifikation gelegt."

Weitere Details sind erst mit Veröffentlichung des Gesetzesentwurfs durch das Bundeswirtschaftsministerium zu erwarten. Fest steht aber, dass den Plänen der Bundesregierung und Koalitionsfraktionen im Deutschen Bundestag zufolge bereits bestehende Betriebe Bestandsschutz erhalten und auch nach der Reform ihr Handwerk weiterhin ohne Meister ausüben dürfen. 



Ein Statement für den Meisterbrief



   Sie sollen rückvermeistert werden

   Betonstein- und Terrazzohersteller
   Behälter- und Apparatebauer 
   Böttcher
   Drechsler und Holzspielzeugmacher
   Estrichleger
   Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
   Glasveredler
   Orgel- und Harmoniumbauer
   Parkettleger
   Raumausstatter
   Rollladen- und Sonnenschutztechniker
   Schilder- und Lichtreklamehersteller

Mit dem Ziel, mehr Arbeit und Unternehmensgründungen in einer von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Zeit zu schaffen, wurde 2004 im Zuge der Hartz-Reformen die Meisterpflicht in 53 Berufen abgeschafft. Dies war aus Sicht des Handwerks ein Fehler. Prof. Dr. Elmar Forster: "Wir begrüßen, dass der Gesetzentwurf zügig im Bundeskabinett verabschiedet wurde. Die nunmehr verbleibenden zulassungsfreien Handwerke müssen unabhängig davon die gleichen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung haben wie Handwerke mit Meisterpflicht. Hierzu gehört nicht zuletzt die verstärkte Förderung von Aus- und Weiterbildung sowie die Option einer zukünftigen Einstufung als zulassungspflichtiges Handwerk."





Auch ZDH-Präsident  Hans Peter Wollseifer spricht sich für die rasche Umsetzung der nun beschlossenen Gesetzesänderung aus: "Meisterinnen und Meister sorgen für Wissenstransfer, schaffen die Basis für nachhaltiges Unternehmertum und sind Vorbild für Auszubildende. Wissen und Können bleiben erhalten, kulturelle Schätze und traditionelle Techniken bewahrt. [...] Die Bundesregierung ist jetzt gut beraten, das Gesetzgebungsverfahren zügig im Bundestag und Bundesrat abzuschließen, damit das Gesetz wie vorgesehen Anfang Januar 2020 in Kraft treten kann."

Schon gewusst?

Seit 2004 können Meister im Handwerk mit dem Kürzel "me." auf ihren Meistertitel aufmerksam machen und dies auf Visitenkarten, Geschäftspapier u.ä, als Marketinginstrument einsetzen. 2004 wurde der Titel "Meister" markenrechtlich beim Deutschen Patent- und Markenamt in München eingetragen und kann bundesweit von jedem Meister genutzt werden. Dabei wird das Kürzel vor den Namen gesetzt, zum Beispiel "me. Max Mustermann, Meister im Fotografenhandwerk".



Trendumfrage

Die Rückvermeisterung von zwölf Gewerken im Handwerk:



Mehr Informationen zum Thema

Ausführliche Informationen über die Rückvermeisterung finden Sie auch im Themenpaket Meister im Handwerk auf der Homepage von DHZ-online. 

 Handwerksrolle