Dr. Jens Hauch (l.) freute sich, Klaus Baumgart, Heizungs- und Lüftungsbauermeister aus Altdorf, für sein vorbildliches neues Firmengebäude zum "Energie.Effizienz.Gewinner 2018" zu küren.
Handwerkskammer für Mittelfranken
Dr. Jens Hauch (l.) freute sich, Klaus Baumgart, Heizungs- und Lüftungsbauermeister aus Altdorf, für sein vorbildliches neues Firmengebäude zum "Energie.Effizienz.Gewinner 2018" zu küren.

Klaus Baumgart ist Energie.Effizienz.Gewinner 2018

Unternehmer aus Altdorf erhält Preis der Kompetenzinitiative EnergieRegion als vorbildlicher Energiesparer.

Eine kleine, energietechnisch nahezu autarke Insel ist das Firmengebäude von Klaus Baumgart in Altdorf. Energie, Bäder und Haustechnik sind die Themen, um die sich die rund 40 Mitarbeiter hier kümmern. Der Schwerpunkt liegt aber im Heizungsbereich. Das Know-how wollte man, als ein Neubau anstand, natürlich auch selbst nutzen. „Unser altes Haus bestand aus einer Stahlhalle, hinten Blech, vorne eine riesige Glasfassade für die große Bäderausstellung“, beschreibt Baumgart den Ausgangspunkt vor dem Neubau. „Doch die große Ausstellungsfläche war nicht mehr zeitgemäß und wir wollten uns generell vom Bad- zum Heizungsschwerpunkt umorientieren.“

14 Euro für Gas

15.000 Euro Energiekosten jährlich kostete es ihn bislang, sein Unternehmen zu wärmen. Das wollte er ändern. Heute sind es – obwohl noch feinjustiert wird – 3000 Euro. „Und 14 Euro habe ich für das Gas meines geliebten Kachelofens ausgegeben – auch, wenn ich eigentlich nicht mehr Heizen muss“, berichtet der Heizungs- und Lüftungsbauermeister. Der neue Firmensitz besteht komplett aus Beton mit einer Kühldecke. Besonders wichtig ist die Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Den Strom für Geothermie und Lüftungsanlage produziert die 40-KW-Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Außerdem liefert sie die Energie für die PCs, das Elektro-Auto und die kleine Werkstatt – „Schließlich sind wir ohnehin meistens auf Montage“. Und die Überschüsse aus den Solarzellen? „Wir wollten so wenig wie möglich ins Netz einspeisen“, erzählt Klaus Baumgart. Daher ist der Kern des Gebäudes ein neun Meter hoher Pufferspeicher. Das Wasser kann die Energie in Form von Wärme bis zu drei Tage speichern.

Warm mit Abfall

Ein weiterer Baustein des Energieeinsparkonzepts ist die Biomasseanlage. „Vergangenes Jahr haben wir uns noch einen Hexler gegönnt.“ In diesem landen die vielen Holzabfälle., die durch den normalen Alltagsbetrieb anfallen, und werden in der Biomasseheizung in Wärme umgewandelt. Ergebnis: „Wir nutzen die Wärmepumpen eigentlich nur noch zum Kühlen. Bei uns wird mit Abfall geheizt.“ Klaus Baumgart zieht ein eindeutiges Fazit: „Durch die Überwachung mit der MSR-Anlage finden wir zwar immer noch kleine Bereiche, in denen wir fein justieren, aber wir sind sehr zufrieden.“ Ein Grinsen kann er sich auch nicht verkneifen: „Nur die Altdorfer Stadtwerke sind von unserer Unabhängigkeit vom Netz nicht so angetan.“

Vorbildlicher Energiesparer

Begeistert allerdings reagierte die Jury des von der Kompetenzinitiative EnergieRegion ausgelobten Preises „Energie.Effizienz.Gewinner“ und kürte den Handwerksmeister zum vorbildlichen Energiesparer. „Sie haben alle unsere Kriterien erfüllt – und das ist gar nicht so einfach“, lobte Geschäftsführer Dr. Jens Hauch bei der offiziellen Urkundenübergabe. „Sie haben mindestens eine Maßnahme durchgeführt, die den spezifischen Energieverbrauch am Standort um mindestens zehn Prozent verringert. Sie haben ein betriebliches Energiemanagement eingeführt und führen ein regelmäßiges Monitoring durch und das Thema wird in Ihrem Betrieb auch an die Mitarbeiter kommuniziert. Weiter so!“

Übrigens: ab Juni läuft wieder die Anmeldefrist für den „Energie.Effizienz.Gewinner 2019“. Bewerbungen aus dem Handwerk sind herzlich willkommen.

 Weitere Informationen zum Preis "Energie.Effizienz.Gewinner" finden Interessierte unter www.energie-effizienz-gewinner.de