Die alte Abkantbank von Dachdeckermeister Horst Oerter aus Roßtal hat via Online-Auktion immerhin noch 1600 Euro erzielt.  
Restlos
Die alte Abkantbank von Dachdeckermeister Horst Oerter aus Roßtal hat via Online-Auktion immerhin noch 1600 Euro erzielt.  

Kein Nachfolger? Was tun!

Online-Auktionen können Betrieben bei der Verwertung ihres Betriebsvermögens helfen. 

Die angeschlagene Gesundheit, der fehlende Nachwuchs: Für das Ende eines Handwerksbetriebes gibt es leider viele Gründe. Durch die negativen Folgen der Corona-Krise kommt aktuell ein weiterer Auslöser für das Ende von Betrieben verstärkend hinzu.

Mit Online-Auktionen versucht Fabian Altrichter allen Betrieben bei der Verwertung ihres Betriebsvermögens zu helfen. „Trotz der schmerzhaften Entscheidung wollen viele Handwerksmeister mit der Auflösung ihres Betriebes professionell umgehen und die letzten Unternehmensschritte möglichst geräuschlos, nüchtern und stressfrei über die Bühne bringen“, berichtet der Chef des Nürnberger Unternehmens „RESTLOS.com“ aus den Erfahrungen seiner Praxis. Gerade in emotionalen Ausnahmesituationen könne die Konzentration auf das Geschäft helfen, ist Altrichter sicher, der 2008 sein Unternehmen für Industrieverwertungen  in Nürnberg gegründet hat. 

Unter dem Hammer

Von der Abkantbank über die Feldschmiede bis zum Schweißtisch:  Horst Oerter von dem gleichnamigen Dachdecker-Handwerksbetrieb in Roßtal hat den ganzen Laden kürzlich für immer zugesperrt und das vollständige Inventar im Internet unter den Hammer bringen lassen. „Wir haben mit Hilfe von der Firma „Restlos“ wirklich alles versteigert. Dabei ist eine hübsche Summe zusammengekommen“, freut sich der Dachdeckermeister. „Je mehr Interessenten, desto höher der Preis“, lautet seiner Meinung nach das Erfolgsrezept der Online-Auktionen. „Man darf nur nicht immer daran denken, was die Sachen früher alles mal gekostet haben“, rät der Dachdecker und erinnert sich, dass die Blechscheren fast schon zum Schnäppchenpreis weggekommen seien. Bei anderen Posten hätten sich die Bieter und die Preise dagegen regelrecht überschlagen. Die alte schwere Abkantbank sei am Ende sogar für stolze 1600 Euro versteigert worden. Besonders die Geschwindigkeit habe Oerter überzeugt.

„Kurz und schmerzlos“ sei die Online-Auktion über die Bühne gegangen. „Das ist alles in zwei Tagen erledigt gewesen.“ An einem Tag habe das „Restlos“-Team die Positionen katalogisiert und fotografiert. An einem anderen Tag hätten die Bieter nach der Versteigerung im Internet alles abgeholt. Mit fünf Mitarbeitern habe das Unternehmen am Abholtag darüber gewacht, dass keine Gegenstände heimlich Laufen lernen und unbemerkt aus der Werkstatt verschwinden. „Vielleicht hätte ich hier und da ein paar Cent mehr verdienen können, wenn ich selbst den Verkauf organisiert hätte“, denkt Horst Oerter laut über mögliche Alternativen nach. „Das hätte aber sicher Wochen oder sogar Monate gedauert und hätte nicht nur viel Zeit, sondern wohl auch genauso viele Nerven gekostet.“ Diesen schmerzhaften Prozess habe Horst Oerter besonders seinem 77-jährigen Vater, der den Dachdecker-Betrieb vor über 40 Jahren in Roßtal gegründet hat, gerne erspart.

Ein zweites Leben 

„Das ist alles super gelaufen“, sagt auch Sebastian Rühl aus Schwabach. Weil die viele Arbeit der kleinen Familie über den Kopf gewachsen sei, habe der 37-jährige Metzgermeister im März die Reißleine ziehen müssen. „Mein Sohn ist der erste Rühl, der nicht Metzger wird“, sagt Rühl und erzählt vom frühen Tod des Vaters und wie die ganze Verantwortung des 1905 gegründeten Traditionsbetriebes danach immer mehr auf seinen Schultern gelastet habe. „Jammerschade“ wäre es gewesen, findet Rühl, wenn die ganze Betriebsgeschichte am Ende auf der Müllhalde gelandet wäre. Durch die Online-Auktion hätten die gebrauchten Gegenstände ein zweites Leben bekommen. „Sogar die einzelnen Buchstaben der Leuchtreklame hat „Restlos“ erfolgreich unter den Hammer gebracht“, sagt Rühl und freut sich nun auf neue Herausforderungen im Berufsleben. „Mal schauen, was kommt. Meine Handwerkskunst habe ich ja nicht versteigert“, freut sich der Metzgermeister auf die Zukunft. Über die erfolgreichen Versteigerungen ist auch der Firmenchef zufrieden. „Wir wollen Unternehmen dazu bringen, die nicht mehr benötigten Gegenstände nicht auf den Müll zu werfen, sondern den Dingen ein neues Leben zu schenken“, erklärt Fabian Altrichter und betont, dass mit der Weiterverwendung der Gebrauchtwaren nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch Firmengründen und Jungunternehmern der Start in die eigene Existenz erleichtert wird.

Bei allen Fragen zur Unternehmensnachfolge, -übergabe oder auch -beendigung sprechen Sie gerne mit unseren Experten der Betriebsberatung.

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