ImSchokoladenhimmel Titel
Handwerkskammer für Mittelfranken

Im Schokoladenhimmel

Meisterprüfung der Konditoren

Für die einen wäre es der Himmel, für die anderen aber ist es harte Arbeit: Die Praxis-Meisterprüfung der Konditoren. An zwei Terminen waren je sechs Schaufenster zu begutachten, die überquollen mit Köstlichkeiten. Der Fantasie der zwölf Prüflinge waren keine Grenzen gesetzt. Ein riesiges Zahnrad, Schneewittchen, die Biene Maja oder eine Hommage an die Stadt Bamberg – jeder setzte um, was ihn besonders inspirierte. Dabei gab es natürlich trotzdem Vorgaben, denn eine Meisterprüfung ist eine Meisterprüfung.

Gefürchtetes Fachgespräch

Einen Baumkuchen, ein Schaustück, eine Anschnitttorte, süße oder herzhafte Fours, Teegebäck, Pralinen und drei Aufgaben zur freien Wahl mussten die Prüflinge den kritischen Augen der Meister präsentieren. Die bewerteten nicht nur das Aussehen, sondern erforschten im Fachgespräch auch die Kenntnisse der Anwerber rund um auszuzeichnende Allergene, Herstellungsweisen oder korrekte Definitionen. Im nachgestellten Kundengespräch informierten die Aufgeregten die Prüfer über ihr Buffet und erklärten, wie sie einzelne Produkte hergestellt hatten. Dabei war auch ein gutes Stück Selbstkritik gefragt: „Sind Sie mit der Zeit zurechtgekommen? Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen? Hat etwas nicht wie gewünscht funktioniert? Woran könnte das liegen?“, fragten Thomas Neuer, Rudolf Wölfel und Susanne Jüttner beispielsweise. 

Eigentlich kennt man sich ja aus

Während der Vorbereitung lief alles gut für die zur Prüfung angetretenen Konditor/-innen: „Wir haben uns gegenseitig unterstützt und ausgeholfen, wenn man etwas vergessen hatte“, lobte Elena Muschaweck ihre Kolleginnen. Da sie aus Haarbach bei Rottal am Inn angereist war, musste sie schon Tage vorher alles im Kopf haben. Die Kisten ordentlich packen. „Das Schwierigste war mein Schaustück. Erst ganz am Schluss habe ich das Gesicht aufgemalt und meine größte Sorge war, dass ich die Augen nicht richtig hinbekomme. Es wäre furchtbar gewesen, wenn Schneewittchen schielt“, gab sie mit einem kleinen Kichern zu. Linda Geidies aus Nürnberg ergänzte mit einem Schaudern: „Man weiß zwar alles, schließlich hat man sein Buffet ja gemacht, aber wenn einen die Prüfer dann direkt fragen, dann fällt einem in dem Moment auf einmal nichts mehr ein.“ Ramona Hufmann, die den elf Konditorinnen und dem einen Konditor im Meisterkurs versucht hatte, alles beizubringen, was sie für die Prüfung wissen müssen, weiß, dass die Nerven an diesem Tag blank liegen, aber: „Das war ein toller Kurs“, lobt sie.