Konjunktur
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Handwerkskonjunktur jäh ausgebremst

Peteranderl (BHT): "Müssen mit drastischem Einbruch rechnen"

Das 1. Quartal 2020 markiert eine Zäsur im langen Konjunkturaufschwung des bayerischen Handwerks. „In den vergangenen sechs Jahren verzeichneten die Betriebe, angeführt vor allem von den Bau- und Ausbaugewerken, kräftige Umsatzzuwächse. Das Plus im Gesamthandwerk zwischen 2013 und 2019 betrug insgesamt 29  Prozent. Gebremst wurde die Entwicklung lediglich vom Fachkräftemangel. Die Beschäftigung konnte im gleichen Zeitraum nur um rund 8 Prozent zulegen. Die gute konjunkturelle Entwicklung wird nun jäh ausgebremst“, betont Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT). 

Für das 1. Quartal 2020 wird für das bayerische Handwerk aufgrund der noch verhältnismäßig „normal“ verlaufenen Monate Januar und Februar und der ungebrochenen, durch den milden Winter sogar noch begünstigten Bautätigkeit, lediglich ein moderater Umsatzrückgang erwartet. „Doch schon im 2. Quartal müssen wir mit einem drastischen Konjunktureinbruch rechnen – vor allem bei den Betrieben, die der Industrie zuliefern und im Kfz-Handwerk“, sagt Peteranderl.

Bei der Beurteilung der Geschäftslage im 1. Quartal sank der Anteil der Befragten, die die Lage als positiv oder zufriedenstellend beurteilten, gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12 Punkte auf 79 Prozent. Dramatisch eingebrochen sind die Erwartungen für die kommenden Monate: 38 Prozent der Betriebe rechnen mit einer Ver-schlechterung der Lage. Dies ist der größte Stimmungseinbruch, der jemals in der Umfrage gemessen wurde. Vor Jahresfrist lag der Wert nur bei 4 Prozent. Obwohl die strengen Kontaktbeschränkungen erst im März in Kraft traten, wurde die Corona-Krise bereits von vielen Betriebsinhabern in die Befragung eingepreist: Der Anteil jener, die Geschäftslage positiv beurteilten, lag im 1. Quartal nur noch bei 44 Prozent (minus 12 Punkte gegenüber dem Vorjahresquartal), während die negativen Einschätzungen um 12 Punkte auf 21 Prozent anstiegen. 

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