Europakarte
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"Handwerksbetriebe sind Rückgrat unserer Wirtschaft"

Erklärung des deutschen und französischen Handwerks anlässlich des deutsch-französischen Ministerrats

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Chambre Métiers Artisanat France (CMA) rufen in einer gemeinsamen Stellungnahme anlässlich des deutsch-französischen Ministerrates die deutsche und die französische Regierung auf, die europaweite Anerkennung des Handwerks zu stärken und insbesondere die Berufsausbildung und die Mobilität von Auszubildenden zu fördern.   

Zusammen formen das deutsche und französische Handwerk mit 2,7 Millionen kleinen und mittleren Betrieben und mit ihren 8,6 Millionen Arbeitnehmern eine zentrale Wirtschafts- und Gesellschaftsgruppe und das Rückgrat der Wirtschaft. Sie tragen nach Ansicht von ZDH und CMA erheblich dazu bei, „die Herausforderungen der Wirtschaftskrise und der anstehenden Transformation, insbesondere hin zu einer digitalen und CO2-neutralen Wirtschaft, zu meistern.“ Das deutsche und französische Handwerk sei sich einig, dass es diese zentrale Rolle jedoch nur erfolgreich übernehmen könne, wenn die Politik für den richtigen Rahmen in den wichtigen Bereichen sorge: bei der beruflichen Ausbildung und damit Fachkräftesicherung, bei der Digitalisierung, der Bürokratieentlastung und in ihrer Klimapolitik.  „Unseren Betrieben und ihren Beschäftigten dürfen beim Neustart keine Steine in den Weg gelegt werden“, appelliert Hans Peter Wollseifer, Präsident des ZDH, in der Stellungnahme an die Politik.

Die beiden Spitzenverbände  fordern die besondere Berücksichtigung des Handwerks

  • im „Green Deal“, um das Potential der Handwerksunternehmen zu stärken und die Herausforderungen des ökologischen Wandels zu meistern.
    beim digitalen Wandel
  • von Handwerksbetrieben im Rahmen der europäischen Liefer- und Wertschöpfungsketten
  • beim Zugang zur Finanzierung für Handwerksbetriebe durch Bankenfinanzierung
  • bei einer gründlichen und systematischen Bewertung der Auswirkungen bestehender und zukünftiger Gesetze auf Handwerksbetriebe im Rahmen der besseren Rechtsetzung
  • bei der Schaffung eines Netzwerks von Unterstützungsstrukturen zur Begleitung von Unternehmen v.a. bei Export und Innovation, unter Integration bestehender Netzwerke, insbesondere der Handwerkskammern."

Stärkung der betrieblichen Aus- und Weiterbildung

Im besonderen Maße sprechen sich ZDH und CMA für eine Stärkung der betrieblichen Aus- und Weiterbildung sowie für eine Förderung der Mobilität von Auszubildenden in Europa. Das hervorragende Ausbildungsengagement im Handwerk ermögliche es den Unternehmen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Es helfe zudem, berufliche Perspektiven für den Einzelnen und Arbeitsplätze in den Regionen zu schaffen. Denn eine qualitätvolle Ausbildung „dient dazu, junge Menschen schneller in das Arbeitsleben zu integrieren, verbessert die Kohärenz zwischen Qualifikationen und Arbeitsmarkt und erleichtert den Übergang zwischen Erstausbildung und Beschäftigung,“ so Wollseifer in der Stellungnahme.
Prof. Dr. Elmar Forster, Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer für Mittelfranken, schätzt die frühzeitig während der Ausbildung geschlossenen Kontakte ins Nachbarland als besonders wichtig ein: „Mit unseren schon seit über 40 Jahren praktizierten Austauschreisen für Auszubildende zu unserer Partnerkammer in Versailles haben wir sehr gute Erfahrungen gesammelt. Die Aufenthalte im Nachbarland öffnen für die jungen Menschen Horizonte in kultureller und beruflicher Hinsicht. Auszubildende mit dieser Erfahrung kommen in der Regel viel motivierter und auch selbstbewusster zurück in ihre Ausbildungsbetriebe.“

Lesen Sie die gesamte Stellungnahme hier.



Kennzahlen des Handwerks

Frankreich

  • 1,7 Millionen Unternehmen
  • 3,1 Millionen Beschäftigte
  • 300 Milliarden € Umsatz
  • 140.000 Auszubildende

Deutschland

  • 1 Millionen Unternehmen
  • 5,5 Millionen Beschäftigte
  • 612 Milliarden € Umsatz
  • 368.033 Auszubildende

Sie waren die letzten deutschen Auszubildenden, die vor der Pandemie noch am Austauschprogramm mit unserer Partnerkammer in Versailles teilnehmen konnten. Hier posieren die Friseur-Azubis vor der im April 2019 durch einen Brand stark beschädigten Kathedrale von Notre-Dame.
Handwerkskammer für Mittelfranken
Sie waren die letzten deutschen Auszubildenden, die vor der Pandemie noch am Austauschprogramm mit unserer Partnerkammer in Versailles teilnehmen konnten. Hier posieren die Friseur-Azubis vor der im April 2019 durch einen Brand stark beschädigten Kathedrale von Notre-Dame.

Deutsch-französischer Azubi-Austausch in Mittelfranken

Seit über 40 Jahren führt die Handwerkskammer für Mittelfranken den regelmäßigen Austausch mit Auszubildenden der französischen Partnerkammer in Versailles durch.

 Lesen Sie mehr über die Partnerschaft der beiden Kammern.