Rollender Hobel, orangefarbene Würfel: Ein Pferdegespann zog den originellen Festwagen der Schreiner-Innung durch Fürths Straßen.
Buchmann
Rollender Hobel, orangefarbene Würfel: Ein Pferdegespann zog den originellen Festwagen der Schreiner-Innung durch Fürths Straßen.

Handwerk beim Erntedankfestzug Fürth

Handwerker sind "harte Hunde": Trotz dunkler Wolken und kühler Temperaturen beteiligten sich auch heuer drei Fürther Innungen am traditionellen Erntedank-Festzug und holten sich von 100.000 Zuschauern am Straßenrand wohlverdienten Applaus ab.



Kreishandwerksmeister Konrad Ammon jun. freute sich über den gelungenen Auftritt, der für ein millionenstarkes Publikum zum 17. Mal vom Bayerischen Fernsehen eineinhalb Stunden lang "live" übertragen wurde. Gut 120 Betriebsinhaber, Mitarbeiter, Meisterfrauen und -kinder beteiligten sich an diesem Höhepunkt der Michaelis-Kirchweih.

Tapezieren statt studieren

Gemeinsam bildeten sie einen "Handwerkerblock" in dem kilometerlangen Zug quer durch die Kleeblattstadt. Mit dabei war die Maler- und Lackierer-Innung, die fast 30 Teilnehmer im grün-weißen Berufsgewand für diese mobile Imagepflege mobilisierte. Am Traktor, der ihr Innungsgefährt zog, prangte als Motto gegen den Fachkräftemangel der Aufruf: "0Tapezieren statt Studieren!"

Für Aufsehen sorgte auch die Schreiner-Innung Fürth und Land (erstmals unterstützt von Kollegen der Schreiner-Innung Nürnberg) mit ihrem imposanten Festwagen in Form eines überdimensionalen Hobels, gezogen von einem Pferdegespann.

Die größte Handwerksgruppe stellte die örtliche Metzgerschaft um Obermeister Konrad Ammon jun. mit fast 60 Mitgliedern der fusionierten Fleischer-Innung "Mittelfranken-Mitte" und des Fleischergehilfenvereins Fürth, Metzgersenioren und -frauen. Sie erinnerten daran, dass jedes "f" eine feine Adresse ist, an die 135-jährige Tradition der Innung und das "Fleisch der kurzen Wege" aus örtlicher Schlachtung. Bei all dem befand man sich in guter Gesellschaft: 94 Gruppen, Kapellen und Spielmannszüge mit zusammen über 3000 Teilnehmern paradierten quer durch die Stadt. Das Großereignis, 1817 erstmals durchgeführt (und mit der Kärwa Teil des "immateriellen Weltkulturerbes" der Unesco), lockte heuer sogar Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an, der mit Fürths OB Dr. Thomas Jung (SPD) in einer Kutsche zur Ehrentribüne führ. Also auch in politischer Hinsicht ein ideales Forum für die Innungen, auf die wirtschaftliche Bedeutung ihrer Betriebe und deren große Beschäftigungs- und Ausbildungsleistung hinzuweisen.