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Handwerkskammer

Forderungen an die Politik

Konkrete Forderungen der Handwerkskammer für Mittelfranken



14. Mai 2021

Prof. Dr. Forster, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken, zur Bau- und Rohstoffknappheit:

Unsere Mitglieder berichten vermehrt von einer großen Roh- und Baustoffknappheit. Es fehlt an Holz, Kunststoffprodukten, Dämmstoffen, Farben, Baustahl und Metallerzeugnissen. Ursache hierfür ist unter anderem, dass China und die USA sehr viel schneller aus der Krise kommen als Europa. Dort boomt die Bauwirtschaft. Die Bereitschaft, für Baustoffe hohe Preise zu zahlen, treibt auch die Kosten für unsere Handwerker in die Höhe. Der Preis für Brettschichtholz hat sich seit März verdoppelt, die Lieferzeiten betragen mittlerweile bis zu 12 Wochen. Das bremst die konjunkturelle Erholung im Handwerk bundesweit, aber auch in unserer Region, immer mehr aus.

Der Bau- und Ausbaubereich erwies sich bisher als der Stabilitätsanker in der Krise, doch ohne Materialien können geplante Aufträge nicht abgearbeitet, kurzfristige Aufträge nicht angenommen werden. Die Preissteigerungen bei den Materialien können zudem nicht eins zu eins auf den Kunden umgelegt werden – vor allem nicht bei Aufträgen, die bereits vor einem halben Jahr kalkuliert wurden. So schmilzt der Gewinn unserer Betriebe buchstäblich dahin.

Exportbeschränkungen für diese Rohstoffe können aber nicht das Mittel der Wahl sein, vielmehr bedarf es gerade im öffentlichen Sektor wieder der Einsetzung von Stoffpreisgleitklauseln. Auch eine Rückbesinnung unserer Lieferanten auf verlässliche regionale Partnerschaften statt des kurzfristigen Vorteils am internationalen Markt wäre wünschenswert. Regionale Lieferketten haben darüber hinaus noch einen weiteren Vorteil: Sie sind nachhaltig. Und damit auch eine Investition in unsere Zukunft.

Statement Dr Forster Materialknappheit
Handwerkskammer für Mittelfranken

16. April 2021

Prof. Dr. Forster, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken, zur geplanten Testpflicht:

„Schon alleine der Begriff ist falsch. Es handelt sich nicht um eine Testpflicht, sondern lediglich um eine Pflicht der Unternehmer, Tests anzubieten.
Im Übrigen: Die Durchschnittsgröße unserer Handwerksbetriebe beläuft sich auf gut 5 Mitarbeiter (125.000 Mitarbeiter bei 22.000 Betrieben in Mittelfranken), die häufig genug im Freien oder in größeren Werkstätten arbeiten.

Die Hygienekonzepte im Handwerk haben jedenfalls dazu geführt, dass im letzten Jahr es nicht die Kleinbetriebe waren, die sich als Hotspots entpuppt haben. Daher brauchen wir auch keine gesetzliche Testpflicht, die den Namen nicht verdient. Die Pflicht des Unternehmers besteht nämlich nur darin, Tests zu kaufen und die Rechnung in der Buchführung abzulegen. Mehr wird durch die Behörden nicht geprüft. Das Ganze kostet die deutsche Wirtschaft 4 Milliarden € obwohl die Tests für normale Bundesbürger durch den Staat übernommen werden.

Coronatechnisch bringt das Ganze auch nichts, denn diejenigen Betriebe, die sich um ihre Mitarbeiter kümmern, machen das ohnehin schon und bei den anderen gibt es keine echte Testverpflichtung für die Beschäftigten. Das ist Bürokratiemehraufwand ohne Effekt. Nebenbei: in derselben Kabinettssitzung, in der diese sogenannte Testpflicht beschlossen wurde, hat das Bundeskabinett gleichzeitig einen Beschluss zum Bürokratieabbau in den Betrieben gefasst. Da kann man nur sagen herzlichen Dank!“

FB_Bild_forsterstatement Selbsttests für Betriebe
Handwerkskammer für Mittelfranken

26. März 2021

"Die Handwerkskammer für Mittelfranken beteiligt sich am bayernweiten Aufruf des Bayerischen Handwerkstages BHT, in den Betrieben vermehrt Corona-Selbsttests für Mitarbeiter anzubieten. Unsere 22.000 Mitgliedsbetriebe mit ihren rund 125.000 Mitarbeitern können einen weiteren wichtigen Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung beitragen", unterstreicht Prof. Dr. Elmar Forster, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken. BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl betont: "Auf diese Weise kann neben der Einhaltung der Hygieneregeln die Zeit überbrückt werden, bis allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot gemacht werden kann."
 
Es besteht weder für Betriebe noch für Beschäftigte eine Testpflicht, doch ist es im Interesse aller, dass sowohl Unternehmerinnen und Unternehmer als auch ihre Beschäftigten gesund bleiben. Eine leistungsstarke und gesunde Belegschaft ist die maßgebliche Voraussetzung für einen funktionierenden Betrieb ohne Produktionsausfälle. Regelmäßige Tests können zudem dazu beitragen, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten, und so die Gefahr einer erneuten Lockdown-Verschärfung minimieren.

"Damit das Handwerk im Freistaat großflächig testen kann, müssen die erforderlichen Tests aber auch vorhanden sein", so Forster. Der BHT-Präsident: "Hier muss die Politik ihre Hausaufgaben machen und für die entsprechenden Kapazitäten sorgen. Außerdem stellt sich die Frage, wer letztlich für die Kosten der Betriebe aufkommt, wenn auf der anderen Seite alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos getestet werden."

Weitere Informationen für Betriebe, z.B. zu arbeitsrechtlichen Fragen, stehen hier

FB_Bild_forsterstatement Testen
Handwerkskammer für Mittelfranken

3. März 2021

Wir fordern eine breite Öffnung unserer mittelfränkischen Handwerksbetriebe, soweit dies epidemiologisch vertretbar ist und mit welchen Vorsichtsmaßnahmen auch immer.

Prof. Dr. Forster, Hauptgeschäftsführer: "Unsere Maßschneider, Fotografen und Goldschmiede haben Hygienekonzepte, die eine Öffnung zur Beratung, Reparaturannahme und Verkauf absolut rechtfertigen. Denn das Infektionsrisiko geht hier gen Null. Berlin und München müssen nun handeln. Es stehen hunderte von Existenzen auf dem Spiel."

Statement: Das Handwerk fordert Betriebsöffnungen mit Sicherheitsvorkehrungen.
Handwerkskammer für Mittelfranken
Das Handwerk fordert Betriebsöffnungen mit Sicherheitsvorkehrungen.

23. Februar 2021

Wir appellieren an den bayerischen Landtag, in der Folge des heutigen Kabinettsbeschlusses dafür zu stimmen, dass unsere Kosmetikbetriebe mit ihren wichtigen Dienstleistungen wie beispielsweise Fußpflege und Gesichtgspflege wieder öffnen dürfen. Deren Hygiene- und Schutzkonzepte sind erprobt. Für unsere Kosmetiker ist die Öffnung ihrer Betriebe von existenzieller Bedeutung. Gleiches gilt aber auch für unsere Goldschmiede, Maßschneider und Fotografen. Hier gibt es weniger Kontaktpunkte als in Baumärkten und Gartencentern, die jetzt ebenfalls öffnen dürfen. Auch für sie fordern wir heute eine Öffnungsperspektive, da hier keine Unterschiede festzustellen sind. 

Statement Dr. Forster Appell an den Landtag

16. Februar 2021

Aktuelle Forderung der Handwerkskammer für Mittelfranken anlässlich der Verlängerung des Lockdowns und des Wirtschaftsgipfels in Berlin am 16. Februar 2021:

„Wir sind enttäuscht über die in Berlin und München beschlossene Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März. Natürlich freuen wir uns, dass Friseure ab dem 1. März wieder öffnen dürfen. Was wir aber brauchen, ist ein konkreter Plan für die Öffnungen weiterer noch geschlossener Handwerksbetriebe wie Kosmetiker, Fotografen, Goldschmiede, Maßschneider und weitere Ladenhandwerker, soweit dies epidemiologisch vertretbar ist. Unsere Handwerksbetriebe stehen weiterhin vor dem Nichts. Überbrückungshilfe III können Solo-Selbstständige noch nicht beantragen. Und unsere Kosmetiker mussten Anfang November 2020 bereits schließen. Hier stehen Existenzen und Lebensentwürfe auf dem Spiel“

8. Februar 2021

Die Handwerkskammer für Mittelfranken fordert in Schreiben an den Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, den Staatsminister für Wirtschaft Hubert Aiwanger und den Staatsminister für Gesundheit Klaus Holetschek zum Handeln auf: Geschlossene Handwerksbetriebe brauchen jetzt eine Öffnungsperspektive. Die Pandemie im Allgemeinen und die erforderlichen Eindämmungsmaßnahmen, inklusive der Schließung der Betriebe, haben Gesellschaft und Wirtschaft bisher viel abverlangt. Allerdings führt die langanhaltende Betriebsschließung in zahlreichen der 22.000 mittelfränkischen Handwerksbetriebe mit ihren 125.000 Beschäftigten zu existenziellen Problemen. Diese langanhaltenden Betriebsschließungen können wir nicht unkommentiert lassen.

Dabei handelt es sich im Regierungsbezirk Mittelfranken neben 1.929 Friseur - und 1.119 Kosmetikerbetrieben, vor allem auch - aber nicht nur - um Fotografen, Goldschmiede, Maßschneider und weitere - häufig - Ladenhandwerker. Die Tatsache, dass diese Betriebe nun erneut seit 16.12.2020 schließen mussten, führt unter anderem dazu, dass sie seit gut sieben Wochen de facto ohne finanzielle Hilfe dastehen. Dezemberhilfe erhalten sie nicht, da sie noch im Dezember ihre Geschäfte geöffnet hatten, Übergangshilfe II können sie nicht beantragen, da die hierfür ausschlaggebenden Umsätze im Dezember 2019 nicht die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen und die Übergangshilfe III kann noch nicht einmal beantragt werden. Hier ist eine belastbare Perspektive von Seiten der Politik dringend erforderlich – so geht es nicht weiter.

Gerade in Innenstadtlagen mit hohen Geschäftsmieten wie in Nürnberg, Fürth und Erlangen führt die fehlende Unterstützung dazu, dass Betriebsinhaber teilweise gezwungen sind, Grundsicherung Hartz IV zu beantragen. Unser Handwerkskammerpräsident Thomas Pirner fordert daher auch von den verantwortlichen Landespolitikern "die Wiedereröffnung der Betriebe - unter Beachtung der epidemiologisch vertretbaren Möglichkeiten – so schnell als möglich zu gestatten. Dies kann gerne unter Beachtung der vorhandenen Hygienepläne erfolgen, die - auch nach Angabe der einschlägigen Berufsgenossenschaften - in der Vergangenheit zu keinerlei erhöhtem Infektionsgeschehen in den entsprechenden Betrieben geführt haben.

In jedem Fall benötigen die betroffenen - aber auch alle anderen - Handwerksbetriebe von der Politik eine konkrete Öffnungsperspektive, mit welchen Erleichterungen bei weiter sinkenden Inzidenzwerten zu rechnen ist, so wie es von der Politik in der Vergangenheit immer in Aussicht gestellt wurde. Die Alternative ist, dass in den genannten Bereichen mit einer Insolvenzquote von mehr als 40 Prozent zu rechnen ist. Denn bei einer weiter fehlenden Perspektive und einem fortdauernden Lockdown verlieren unsere Handwerksunternehmer zuerst die Geduld, dann ihren Mut, und letztlich ihre Existenz.