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Handwerkskammer

Forderungen an die Politik

Konkrete Forderungen der Handwerkskammer für Mittelfranken

23. Februar 2021

Wir appellieren an den bayerischen Landtag, in der Folge des heutigen Kabinettsbeschlusses dafür zu stimmen, dass unsere Kosmetikbetriebe mit ihren wichtigen Dienstleistungen wie beispielsweise Fußpflege und Gesichtgspflege wieder öffnen dürfen. Deren Hygiene- und Schutzkonzepte sind erprobt. Für unsere Kosmetiker ist die Öffnung ihrer Betriebe von existenzieller Bedeutung. Gleiches gilt aber auch für unsere Goldschmiede, Maßschneider und Fotografen. Hier gibt es weniger Kontaktpunkte als in Baumärkten und Gartencentern, die jetzt ebenfalls öffnen dürfen. Auch für sie fordern wir heute eine Öffnungsperspektive, da hier keine Unterschiede festzustellen sind. 

Statement Dr. Forster Appell an den Landtag

16. Februar 2021

Aktuelle Forderung der Handwerkskammer für Mittelfranken anlässlich der Verlängerung des Lockdowns und des Wirtschaftsgipfels in Berlin am 16. Februar 2021:

„Wir sind enttäuscht über die in Berlin und München beschlossene Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März. Natürlich freuen wir uns, dass Friseure ab dem 1. März wieder öffnen dürfen. Was wir aber brauchen, ist ein konkreter Plan für die Öffnungen weiterer noch geschlossener Handwerksbetriebe wie Kosmetiker, Fotografen, Goldschmiede, Maßschneider und weitere Ladenhandwerker, soweit dies epidemiologisch vertretbar ist. Unsere Handwerksbetriebe stehen weiterhin vor dem Nichts. Überbrückungshilfe III können Solo-Selbstständige noch nicht beantragen. Und unsere Kosmetiker mussten Anfang November 2020 bereits schließen. Hier stehen Existenzen und Lebensentwürfe auf dem Spiel“

8. Februar 2021

Die Handwerkskammer für Mittelfranken fordert in Schreiben an den Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, den Staatsminister für Wirtschaft Hubert Aiwanger und den Staatsminister für Gesundheit Klaus Holetschek zum Handeln auf: Geschlossene Handwerksbetriebe brauchen jetzt eine Öffnungsperspektive. Die Pandemie im Allgemeinen und die erforderlichen Eindämmungsmaßnahmen, inklusive der Schließung der Betriebe, haben Gesellschaft und Wirtschaft bisher viel abverlangt. Allerdings führt die langanhaltende Betriebsschließung in zahlreichen der 22.000 mittelfränkischen Handwerksbetriebe mit ihren 125.000 Beschäftigten zu existenziellen Problemen. Diese langanhaltenden Betriebsschließungen können wir nicht unkommentiert lassen.

Dabei handelt es sich im Regierungsbezirk Mittelfranken neben 1.929 Friseur - und 1.119 Kosmetikerbetrieben, vor allem auch - aber nicht nur - um Fotografen, Goldschmiede, Maßschneider und weitere - häufig - Ladenhandwerker. Die Tatsache, dass diese Betriebe nun erneut seit 16.12.2020 schließen mussten, führt unter anderem dazu, dass sie seit gut sieben Wochen de facto ohne finanzielle Hilfe dastehen. Dezemberhilfe erhalten sie nicht, da sie noch im Dezember ihre Geschäfte geöffnet hatten, Übergangshilfe II können sie nicht beantragen, da die hierfür ausschlaggebenden Umsätze im Dezember 2019 nicht die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen und die Übergangshilfe III kann noch nicht einmal beantragt werden. Hier ist eine belastbare Perspektive von Seiten der Politik dringend erforderlich – so geht es nicht weiter.

Gerade in Innenstadtlagen mit hohen Geschäftsmieten wie in Nürnberg, Fürth und Erlangen führt die fehlende Unterstützung dazu, dass Betriebsinhaber teilweise gezwungen sind, Grundsicherung Hartz IV zu beantragen. Unser Handwerkskammerpräsident Thomas Pirner fordert daher auch von den verantwortlichen Landespolitikern "die Wiedereröffnung der Betriebe - unter Beachtung der epidemiologisch vertretbaren Möglichkeiten – so schnell als möglich zu gestatten. Dies kann gerne unter Beachtung der vorhandenen Hygienepläne erfolgen, die - auch nach Angabe der einschlägigen Berufsgenossenschaften - in der Vergangenheit zu keinerlei erhöhtem Infektionsgeschehen in den entsprechenden Betrieben geführt haben.

In jedem Fall benötigen die betroffenen - aber auch alle anderen - Handwerksbetriebe von der Politik eine konkrete Öffnungsperspektive, mit welchen Erleichterungen bei weiter sinkenden Inzidenzwerten zu rechnen ist, so wie es von der Politik in der Vergangenheit immer in Aussicht gestellt wurde. Die Alternative ist, dass in den genannten Bereichen mit einer Insolvenzquote von mehr als 40 Prozent zu rechnen ist. Denn bei einer weiter fehlenden Perspektive und einem fortdauernden Lockdown verlieren unsere Handwerksunternehmer zuerst die Geduld, dann ihren Mut, und letztlich ihre Existenz.