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Fleischbeschau für zwei Euro oder dreißig?

Informationen und eine Übersicht zu den regional variierenden Gebühren hat die Handwerkskammer für Sie zusammengestellt.

Zwei Euro oder Dreißig?

Gebühren für Fleischbeschau variieren stark

Es gibt sie noch: die Fleischgenießer. Ihre Grundnahrungsmittel finden Sie beim Metzger ihres Vertrauens. Der schlachtet manchmal noch selbst oder er bringt seine Tiere in den Schlachthof. Drei gibt es noch in Mittelfranken: in Lauf, in Erlangen und in Fürth. Wer nicht mehr selbst schlachten möchte, kann es hier in Auftrag geben. Vor allem die Dokumentationspflichten und Auflagen sorgen dafür, dass immer mehr Fleischer diesen Weg wählen, wie Konrad Ammon, Obermeister der Fleischer-Innung Fürth und Geschäftsführer des als GmbH organisierten Schlachthofs der Kleeblattstadt, weiß.

Die Fleischbeschau

Etwas, das auf jeden Fall stattfinden und dokumentiert werden muss, sobald ein Tier geschlachtet wird – sei es in der Metzgerei oder im Schlachthof –, ist die Fleischhygienekontrolle, auch Fleischbeschau genannt. Denn jedes Tier wird genau untersucht. Ein Tierarzt nimmt das zur Schlachtung vorgesehene Vieh nach seiner Ankunft in Augenschein. Werden Auffälligkeiten erkannt, kommt es nicht in die Lebensmittelkette, sondern wird aussortiert. Wurde das Fleisch als genusstauglich erklärt und freigegeben, wird es mit einem amtlichen Stempel versehen. Es kann jetzt vom Metzger verarbeitet werden.

Was kostet die Untersuchung?

Was die Fleischbeschau maximal kosten darf, ist durch die EU geregelt. Dass sie stattfinden muss, legt auch ein Bundesgesetz fest. Die Höhe der Gebühren allerdings kalkulieren die Städte und Landkreise selbst. Erst kürzlich wurden sie im Nürnberger Land aktualisiert. Manfred Weber, Obermeister der Fleischer-Innung Lauf/Hersbruck hält die Fleischbeschau für notwendig – „die muss sein“. Aber: „Ich finde es unfair, dass die Gebühren so stark variieren. Schließlich müssen die höheren Gebühren auch auf den Preis umgelegt werden. Ich würde mir daher wünschen, dass sie bayernweit angeglichen werden, um Standortnachteile zu vermeiden.“ Doch warum variieren die Gebühren so stark? „Im Schlachthof ist immer ein Amtstierarzt vor Ort. Wir schlachten beispielsweise bis zu 80 Schweine in der Stunde. Da sorgt schon die Stückzahl dafür, dass sich die Fleischbeschaugebühr im Rahmen hält. Wenn der Veterinär aber wegen fünf Schweinen zum Betrieb fahren muss, wird sie entsprechend teurer“, erklärt Konrad Ammon die Differenz.

Trotzdem selbst schlachten?

Er findet es gut, wenn Fleischer noch selbst schlachten. „Das hat nicht nur Tradition, sondern sorgt auch dafür, dass die Transportwege kurz bleiben. Stichwort: Regionalität. Das kommt den Tieren, der Fleischqualität und dem Verkehr zugute“, erklärt er.