Fahrzeuge

Wer Fahrzeuge in seinem Handwerksbetrieb einsetzen muss, unterliegt unter Umständen den Anforderungen der Fahrpersonalverordnung oder dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz. Zudem ist es wichtig zu prüfen, ob die eingesetzten Fahrer die entsprechende Führerscheinklasse für das gelenkte Fahrzeug besitzt.

Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz

Handwerksbetriebe, die Fahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen mit einer zulässigen Gesamtmasse von über 3,5 Tonnen einsetzen, können unter Umständen den Bestimmungen des Berufskraftfahrerqualifikationsgesetzes unterliegen. Allerdings gelten gerade für das Handwerk besondere Ausnahmen.

Ausgenommen sind z. B. alle Fahrer im Handwerk, die Materialien, die sie zur Ausübung ihres Berufes benötigen, transportieren, soweit das Fahren nicht die Haupttätigkeit darstellt. Der Begriff „Materialien" wird weit ausgelegt, so dass auch im Handwerksbetrieb hergestellte oder reparierte Gegenstände einbezogen sind.

Gerne helfen wir Ihnen bei der Prüfung, ob die von Ihnen eingesetzten Fahrer unter die Ausnahmeregelung fallen.





Fahrpersonalverordnung

Eine für das Handwerk wichtige Ausnahmeregelung zur Aufzeichnungspflicht mit Tachographen ist zum 2. März 2015 in Kraft getreten. Für das Handwerk hat sich eine wichtige Änderung ergeben. Der Ausnahmeradius von bisher 50 km wurde auf 100 km erhöht.

Damit ergeben sich für unsere Handwerksbetriebe folgende Ausnahmeregelungen:

  • Fahrzeuge einschließlich Anhänger von mehr als 2,8 Tonnen und nicht mehr als 3,5 Tonnen sind von Aufzeichnungspflichten der Lenk- und Ruhezeiten entbunden.
    Die Befreiung gilt für den Transport von Arbeitsmaterialien, für Verkaufsfahrzeuge und erstmals auch für Auslieferungsfahrten handwerklich hergestellter oder reparierter Waren. Der Fahrer darf nicht überwiegend als Fahrer tätig sein.
  • Für Fahrzeuge einschließlich Anhänger von mehr als 3,5 Tonnen und nicht mehr als 7,5 Tonnen brauchen diese keinen Fahrtenschreiber oder Tachographen, wenn Sie sich innerhalb eines Radius von 100 km vom Standort bewegen. Bei Fahrzeugen dieser Klasse, die über diesen Radius hinaus fahren, muss ein analoger oder digitaler Tachograph eingebaut sein. Auch diese Befreiung gilt nur für den Transport von Arbeitsmaterialien, für Verkaufsfahrzeuge und erstmals auch für Auslieferungsfahrten handwerklich hergestellter oder reparierter Waren. Auch hier gilt, dass die Haupttätigkeit des Fahrers nicht das Fahren darstellt.
  • In Fahrzeugen von mehr als 7,5 Tonnen einschließlich Anhänger müssen grundsätzlich Fahrtenschreiber eingebaut sein und die Fahrten aufgezeichnet werden.



Neufassung der Fahrerlaubnisverordnung

Bereits 2013 ist die Neufassung der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) in Kraft getreten. Auf Basis der 3. EU-Führerscheinrichtlinie von 2006 erfolgen einige Änderungen innerhalb der einzelnen Führerscheinklassen (für Neuerwerber).

Einige Neuerungen sollten Unternehmen mittelfristig im Blick haben, da sie Auswirkungen auf Führerscheinneuerwerber und damit potenzielle neue Mitarbeiter und deren Einsatzfähigkeit im betrieblichen Fuhrpark haben.