Regionales Handwerk ist Klimaschutz
Buchmann
Handwerk im Gespräch mit der Politik: Krerishandwerksmeister Markus Protze, Oberbürgermeister-Kandidat Jörg Volleth, Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich, Innenminister Joachim Herrmann, Kreishandwerksmeister Achim Hanisch und Handwerkskammer-Präsident Thomas Pirner (v. r.).

Erlanger KHS-Frühschoppen

Wer als Verbraucher örtliche mittelständische Betriebe mit Rohstoffbezug und Absatz „aus der Region für die Region“ unterstütze, der tue auch etwas gegen den CO2-Ausstoß und den Klimawandel, erklärte Kreishandwerksmeister Markus Protze beim Handwerker-Frühschoppen der Kreishandwerkerschaft Erlangen-Hersbruck-Lauf. Regionale Wirtschaftskreisläufe statt langer Transportwege, das bedeute: „Das Handwerk ist praktizierter Klimaschutz.“

Vor gut 100 Zuhörern im „Open Air“-Bereich am Haus des Handwerks in Erlangen legte Protze den Finger auf kritische Punkte wie den akuten Fachkräftemangel im Handwerk und die Meisterpflicht. Durch den Wegfall der Meisterpflicht in 53 Berufen (z.B. Fliesenleger, Drechsler) im Jahr 2004 hätten sich keinerlei Vorteile ergeben, im Gegenteil. Protze forderte die Regierungsverantwortlichen in Berlin auf, in den derzeit laufenden Gesprächen den betroffenen Berufen eine „Rückvermeisterung“ zu ermöglichen – und erhielt dafür viel Applaus.

Handwerk in die Politik

Damit Handwerker solche (Konflikt-)Themen in politischen Gremien künftig verstärkt selbst vertreten können, stellte sich Harald Hüttner für die Kommunalwahl am 15. März 2020 in Erlangen als Stadtratskandidat der CSU vor. Der 53-jährige ist Maler- und Lackierer- sowie Stuckateur- und Trockenbaumeister. „Wir sind wer!“ betonte er – das Handwerk als „Wirtschaftsmacht von nebenan“ müsse sich mit seinen 886 Betrieben in der von Siemens und Universität geprägten Hugenottenstadt nicht verstecken. Bei der Wahl wird dem Vernehmen nach auch die Obermeisterin der Maßschneider-Innung, Susanne Spitz, für ein Ratsmandat kandidieren.