Maske abnehmen fürs Foto: Max Strohmer (rechts) nimmt den Goldenen Meisterbrief aus der Hand von Vizepräsident Christian Sendelbeck entgegen.
Handwerkskammer für Mittelfranken
Maske abnehmen fürs Foto: Max Strohmer (rechts) nimmt den Goldenen Meisterbrief aus der Hand von Vizepräsident Christian Sendelbeck entgegen.

Ehrungen bei den Musikinstrumentenbauern

Nach langer Pause konnte Christoph Endres, Obermeister der Innung für Musikinstrumentenbau Nordbayern seine Mitglieder endlich wieder persönlich zur Jahreshauptversammlung der Innung begrüßen.

Thema waren natürlich die Pandemie und die Auswirkungen von Corona auf die Musikinstrumentenbauer. „Es leiden nicht alle unter Corona: Klavier-, Geigen-, Gitarren- und Orgelbauer haben nach wie vor gut zu tun“, erklärte Christoph Endres im Rückblick, „Große Umsatzeinbrüche haben aber Holz- und Blechblasinstrumentenbauer. Die Aerosolproblematik hat bekanntlich dazu geführt, dass keine Konzerte und auch kein Musikunterricht an den Musikschulen mehr stattfinden konnten. Die Umsatzeinbrüche in den Betrieben reichen von zehn bis 70 Prozent. Dazu kommt, dass Kunst- und Kulturschaffende zum Teil ihre Rücklagen auflösen mussten, um selbst über die Runden zu kommen. Als Konsequenz werden dann auch kaum neue Instrumente bestellt werden. Es wird ein langes Jahr auf uns zu kommen,“ prognostizierte der Obermeister besonders für die Holz- und Blechblasinstrumentenbauer.

Aber es gab auch Erfreuliches zu berichten. Den Anlass des analogen Wiedersehens, so Endres, wolle man auch nutzen, um Ehrungen vorzunehmen und Erfolge zu feiern: Ein Goldener Meisterbrief war zu vergeben, die Preisträger des Deutschen Musikinstrumentenpreises 2020 und 2021 wollte man ehren.

Inbegriff der Tradition

Für die Übergabe des Goldenen Meisterbriefes an den Gitarrenbaumeister Max Strohmer, war der Vizepräsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, Christian Sendelbeck, eigens zur Jahresversammlung gekommen. „Es ist mir eine Freude, Ihnen diese besondere Urkunde zu überreichen“, sagte Sendelbeck in seiner Laudatio. „In Mittelfranken werden Instrumente für Musiker und Orchester der ganzen Welt gefertigt. Dazu gehört auch Ihr Betrieb und auf diese lange Tradition dürfen Sie stolz sein.“ Max Strohmer absolvierte seine Ausbildung im Familienbetrieb und legte seine Gesellenprüfung zum Gitarrenbauer als Bundessieger ab. Nach der vor 35 Jahren abgelegten Meisterprüfung übernahm er später den väterlichen Betrieb. Seitdem führte er die Tradition des Zupfinstrumentenmacher- und Geigenbauerhandwerks in Mittelfranken erfolgreich weiter. Inzwischen hat seine Tochter und Geigenbaumeisterin Carolin Strohmer-Zoubek als vierte Generation den „Staffelstab“ übernommen.

Nationaler Preis mit viel Renommée

„Vier fränkische Betriebe waren 2021 auf den ersten fünf Plätzen“, leitet Christoph Endres die Ehrung der Preisträger des Musikinstrumentenpreises ein „und zwei davon sind aus Mittelfranken.“ Der Preis, an dem ausschließlich deutsche Betriebe teilnehmen können, rege zu Neuentwicklungen an und bringe für die Preisträger viele Möglichkeiten in Vertrieb und Verkauf.

Maske abnehmen fürs Foto: Freuten sich über den Deutsche Musikinstrumentenpreis 2020: Manuela Wohlert, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Nürnberg, Ludwig und Wolfgang Dietz mit der preisgekrönten Klarinette, Christoph Endres, Obermeister der Innung für Musikinstrumentenbau Nordbayern.
Handwerkskammer für Mittelfranken
Maske abnehmen fürs Foto: Freuten sich über den Deutsche Musikinstrumentenpreis 2020: Manuela Wohlert, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Nürnberg, Ludwig und Wolfgang Dietz mit der preisgekrönten Klarinette, Christoph Endres, Obermeister der Innung für Musikinstrumentenbau Nordbayern.

2020 erhielt ihn der Betrieb Dietz Klarinettenbau GmbH & Co. KG aus Neustadt an der Aisch in der Kategorie „A-Klarinette (deutsches System)“ für das A-Klarinette Studentenmodell. Wolfgang Dietz gründete seine kleine Werkstatt 1989 und führt sie nun zusammen mit seinem Sohn Ludwig. „Neben einem exzellenten Klang und einer guten Ansprache legen wir auch Wert auf eine handwerklich hochwertig gearbeitete Klappenmechanik“, erklärte Ludwig Dietz, der das Wettbewerbsstück vorstellte: „Mit diesem Instrument wollen wir den gehobenen Laienbereich ansprechen. Obwohl wir bei der Klappenmechanik auf die sogenannte Oehlermechanik verzichtet haben, ist die Klarinette so gearbeitet, dass auch dem Profi nichts fehlt.“ Und er fügt stolz hinzu: „Der Jury hat es wohl gefallen. Immerhin werden die Instrumente durch Profimusiker getestet.“

Maske abnehmen fürs Foto: Freuten sich über den Deutsche Musikinstrumentenpreis 2021: Manuela Wohlert, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Nürnberg, Karl Scherzer mit der preisgekrönten Posaune, Christoph Endres, Obermeister der Innung für Musikinstrumentenbau Nordbayern.
Handwerkskammer für Mittelfranken
Maske abnehmen fürs Foto: Freuten sich über den Deutsche Musikinstrumentenpreis 2021: Manuela Wohlert, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Nürnberg, Karl Scherzer mit der preisgekrönten Posaune, Christoph Endres, Obermeister der Innung für Musikinstrumentenbau Nordbayern.

2021 wurde in der Kategorie „Tenorposaune mit Quartventil“ die Karl Scherzer Blechbläserwerkstatt“ aus Altendettelsau für ihre Tenorposaune „open flow“ ausgezeichnet. Karl Scherzer, Meister im Metallblasinstrumentenmacher-Handwerk, gründete seinen Betrieb 1994 in Gleißenberg, seit 2006 hat der Betrieb seinen Sitz im westmittelfränkischen Altendettelsau. „Unser Instrument wurde als sehr gut ausgewogen bewertet“, schilderte Karl Scherzer. „Es intoniert sehr gut, spricht leicht an und hat durch das Open-flow-Ventil einen sehr freien Luftdurchgang mit entsprechend wenig Luftverbrauch für den Bläser. Außerdem liegt es sehr gut in der Hand und hat einen schönen großen Klang.“

2022: Cello und Fagott

Der Deutsche Musikinstrumentenpreis wird jährlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vergeben. Der Preisrichterausschuss schlägt die Bewerber einem Kuratorium vor, das aus Vertretern des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Deutschen Musikrats, der Messe Frankfurt GmbH, des Bundesverbands der Deutschen Musikinstrumenten-Hersteller sowie des Bundesinnungsverbands für das Musikinstrumenten-Handwerk besteht. Ausschlaggebend für die Auswahl sind die gemessenen akustischen Eigenschaften, die handwerkliche Verarbeitung und auch die Bewertung der Spielweise, die von professionellen Musikern bewertet wird. 



Für den Wettbewerb 2022 werden die Instrumente Cello und Fagott aufgerufen.

Die schriftliche Anmeldung für eine Teilnahme muss bis zum 31. Juli 2021 an das IfM - Institut für Musikinstrumentenbau e.V. erfolgen.

 Die Ausschreibungsunterlagen finden Sie hier.