Ein Modellbauer baut nicht nur Modelle, sondern muss sich weitergehende Gedanken machen: Extra seniorenfreundlich hat Modellbauerin Joy Schoeller (links) an ihrer Nähmaschine das Auswahlfeld für die verschiedenen Sticharten mit großen Symbolen gestaltet.
Ein Modellbauer baut nicht nur Modelle, sondern muss sich weitergehende Gedanken machen: Extra seniorenfreundlich hat Modellbauerin Joy Schoeller (links) an ihrer Nähmaschine das Auswahlfeld für die verschiedenen Sticharten mit großen Symbolen gestaltet.

Das sind die Besten

25 Junghandwerker aus den unterschiedlichsten Gewerken stellen ihre Wettbewerbsstücke vom Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2016 nun für zwei Wochen im Nürnberger Einkaufszentrum Mercado aus.

Über die tolle Ausstellung freute sich auch Christian Sendelbeck, Vizepräsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, der sie eröffnete und den Preisträgern nochmals herzlichst zu ihrem Erfolg gratulierte. Am Eröffnungsabend war Zeit, im Freundeskreis noch einmal das aufregende letzte Jahr Revue passieren zu lassen und das Wettbewerbsstück vorzustellen.

Mit beiden Beinen auf dem Tisch

Damit ihr Gesellenstück so richtig gut im Bilde war, musste Vivien Sassin viel körperlichen Einsatz bringen. „Ich stand mit beiden Beinen auf dem Küchentisch, um die Nudelpfanne direkt von oben zu fotografieren“, erinnerte sich die temperamentvolle Fotografin beim Anblick ihres Food-Fotos, „und beim Shooting der Cosplay-Figur in der Straße der Menschenrechte hat es nur gegossen.“ Parkettleger Maximilian Walter erklärte derweil den Ausstellungsbesuchern seine quadratische Parkettplatte mit einem Würfelmuster aus Eiche mit Wasserlack, was gleich in ein Beratungsgespräch über die verschiedenen Versiegelungsarten eines Parketts mündete. Beim Elektroniker Niklas Heimerl und seinem Aufbau einer elektronischen Schaltung ging es weniger um das Design, sondern mehr um die Sicherheit. „Man muss beim Verlegen der Leitungen sehr genau arbeiten“, erklärte Heimerl, der für die Konzeption der Schaltung inklusive Programmierung nicht länger als 420 Minuten Zeit hatte.

Es ist eine Seltenheit, dass Ausstellungsstücke aus dem Lebensmittelhandwerk gezeigt werden können. Das "Hexenhaus" von Bäckerin Katharina Kempf ist eine "haltbare" Ausnahme.
Es ist eine Seltenheit, dass Ausstellungsstücke aus dem Lebensmittelhandwerk gezeigt werden können. Das "Hexenhaus" von Bäckerin Katharina Kempf ist eine "haltbare" Ausnahme.

Die Zukunft klar im Blick

Was die Zukunftsperspektiven betrifft, muss man sich um die Preisträger keine Sorgen machen. Sie haben genaue Vorstellungen über ihre berufliche Zukunft. Mediengestalterin Cora Pfeiffer strebt als nächsten Schritt ein Studium an. Sie möchte Berufsschullehrerin werden und die Inhalte ihres Berufes dem Nachwuchs vermitteln. Den klassischen Weg wird Christian Gessler beschreiten. Der Meister steht an und in weiterer Zukunft die Übernahme des väterlichen Steinmetzbetriebes. Modellbauerin Joy Schoeller will nach der handwerklichen Ausbildung in Richtung Design gehen: „Ich bin eine Kreative und möchte diesen Weg noch intensiver beschreiten.“

"Traditionelle Steinmetztechniken wie bei diesem Mittelstück eines Ambo, werden zwar noch in der Lehre vermittelt, kommen aber in der Praxis immer weniger zum Einsatz." Steinmetz Christian Gessler (2. von rechts) im Gespräch mit Ausstellungsbesuchern und Vizepräsident Christian Sendelbeck (rechts).
"Traditionelle Steinmetztechniken wie bei diesem Mittelstück eines Ambo, werden zwar noch in der Lehre vermittelt, kommen aber in der Praxis immer weniger zum Einsatz." Steinmetz Christian Gessler (2. von rechts) im Gespräch mit Ausstellungsbesuchern und Vizepräsident Christian Sendelbeck (rechts).

Location verspricht viel Besucher

Die Location für die Ausstellung ist gut gewählt. „17.000 Besucher kommen täglich zum Mercado“, versicherte Hausherr und Center-Manager Thomas Graf. Damit ist gewährleistet, dass die Top-Stücke aus dem Handwerk die Beachtung finden, die sie verdienen.

 An dem wichtigsten deutschen Nachwuchswettbewerb im Handwerk hatten aus Mittelfranken 98 Gesellinnen und Gesellen teilgenommen, 54 von ihnen haben auf Kammer-, Landes- oder sogar Bundesebene Siege errungen. Sie haben zum Wettbewerb je nach Berufszweig entweder ihre Gesellenstücke eingereicht oder Arbeitsproben angefertigt.

Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks

Einen Ausschnitt aus der Eröffnungsrede von Vizepräsident Christian Sendelbeck finden Sie auf der Facebook-Seite des Mercado Nürnberg .