Bewerbung 2020

Auch Last-Minute-Bewerbungen haben 2020 noch gute Chancen. Welche Standards dabei gelten, wissen Tamara Mengel (Ausbildungsakquisiteurin) und Lisa Hammerl (Ausbildungsakquisiteurin für Flüchtlinge) der Handwerkskammer für Mittelfranken.

Wie bringen Sie Suchende und Bietende zusammen?

Tamara Mengel: Dafür nutzen wir unser Netzwerk. Wir arbeiten zum Beispiel eng mit den Schulen zusammen. Die Jugendlichen werden unter anderem von Lehrern, die sich um die Berufsorientierung an den Schulen kümmern, auf mich aufmerksam gemacht.

Lisa Hammerl: In meinem Fall werden die Flüchtlinge häufig von der Arbeitsagentur an mich verwiesen.

Was besprechen Sie dann?

T.M.: Wir fragen dann erst einmal ab, welchen Beruf sich derjenige vorgestellt hat. Wenn das noch nicht feststeht, versuchen wir gemeinsam einen zu finden. Viele Suchende wünschen sich aber auch unsere Hilfe beim Erstellen einer Bewerbung. Wir lassen uns dann die notwendigen Dokumente schicken und gehen sie nochmal Schritt für Schritt durch.

L.H.: Dazu gehört Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsfoto und – ganz wichtig – Zeugnisse, sowohl Schul- als auch Praktikumszeugnisse. Darauf legen Betriebe großen Wert.

Worauf muss man bei einer Bewerbung achten?

T.M.: Einheitliches Layout! Oft bekommen wir viele einzelne Dokumente. Alle mit unterschiedlichen Schriften, groß/klein etc. Unser Traum ist ein pdf, in dem alle Dokumente mit einheitlichem Schriftbild – vielleicht sogar einem optischen Highlight wie einem bunten Balken – und vollständig zusammengefasst sind.

L.H.: Deckblatt und Bewerbungsfoto sind kein Muss, werden aber von den Personalern sehr geschätzt. Inhaltlich muss es nicht hochgestochen sein, aber natürlich korrekt. Es darf aber ruhig ein wenig kürzer sein, wenn es authentisch ist. Auf keinen Fall sollte man Vorlagen bei Google herauskopieren.

Wie kommt die Bewerbung an die Betriebe?

T.M.: Viele Betriebe möchten die Bewerbung mittlerweile digital, aber manche bitten in ihren Stellengesuchen auch um telefonische oder postalische Bewerbung. Wenn gewünscht, leiten wir die Bewerbung, nachdem wir sie uns noch einmal angesehen haben, auch an die Betriebe per Mail weiter.

Haben Sie noch einen Tipp?

T.M.: Es kommt immer gut, wenn die Bewerbung nicht aus dem Blauen kommt: Liebe Jugendliche, ruft vorher an und sagt, dass ihr euch gerne bewerben würdet. Stellt vielleicht eine Frage über den Betrieb, damit ihr dort nicht völlig unbekannt seid.

L.H.: Häufig ist es gerade für meine Bewerber auch sinnvoll, einfach mal vorbeizuschauen und sich vorzustellen. Viele Betriebsinhaber scheuen den bürokratischen Aufwand rund um das Asylrecht. Wenn da aber ein schnieker junger Mann oder Frau vor einem steht, der gleich so richtig sympathisch ist, wird die Bewerbung mit ganz anderen Augen betrachtet.