Zwei Jahre begleiten Lehramtsstudenten geflüchtete Jugendliche bei ihrer Ausbildung und versuchen, Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen.
Giulia Iannicelli/Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Zwei Jahre begleiten Lehramtsstudenten geflüchtete Jugendliche bei ihrer Ausbildung und versuchen, Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen.

Berufseinstieg für zugewanderte Jugendliche

Förderprogramm "Weichenstellung" hilft zugewanderten Jugendlichen beim Berufseinstieg

Eine Ausbildung ist für viele Jugendliche erst einmal eine ordentliche Umstellung. Noch viel mehr, wenn man gerade erst aus seinem Land geflohen und in Deutschland angekommen ist. Selbst nach zwei Jahren Berufsintegrationsklassen hapert es oft noch bei den Sprachkenntnissen – vor allem bei der Fachsprache. Auch die Anpassung an die Arbeitskultur, die so manchen hier geborenen Jugendlichen schon überfordert, ist noch zusätzlich gekoppelt mit Unsicherheiten, wie der Arbeitsalltag in Deutschland so funktioniert. Privat belastet die Jugendlichen die Angst vor einer Abschiebung oder die Wohnsituation in Gemeinschaftsunterkünften.

In der Folge brechen viele geflüchtete Jugendliche die Ausbildung wieder ab. Um hier gegenzusteuern gibt es ab September 2018 das Projekt "Weichenstellung". Realisiert wird es von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der ZEIT-Stiftung in Kooperation mit dem Bayerischen Staatministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und der Handwerkskammer für Mittelfranken sowie der Industrie- & Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken.

Was passiert genau?

Die geflüchteten Jugendlichen werden in den ersten beiden Jahren ihrer Ausbildung von einem Mentor begleitet. Rund 1,5 Stunden pro Woche treffen sich Studierende der Lehrämter – vor allem der Wirtschaftspädagogik - mit ihren Auszubildenden. Durch die 1:1-Betreuung, die berufsfachliche und –sprachliche Förderung, die Vermittlung von Normen und Werten und durch die Vorbereitung auf den Abschluss der Berufsschule und die Abschlussprüfung sollen die Auszubildenden erfolgreich ihre Lehre absolvieren können. Dabei wird nicht „stur gepaukt“, sondern es werden Problemlösungs- und Lernstrategien vermittelt. Die Mentoren unterstützen ihre Auszubildenden auch in beruflichen und lebensweltlichen Konfliktsituationen.