Ausbildungssituation im mittelfränkischen Handwerk

Handwerkskammer, IHK und Arbeitsagentur zur Lage.

3.412 junge Menschen begannen im vergangenen Ausbildungsjahr eine Lehre im mittelfränkischen Handwerk. Das sind 0,78 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotzdem ist Thomas Pirner, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, fast zufrieden. „Das ist zwar ein leichtes Minus, aber ansonsten bleiben die Zahlen stabil.“ Dabei verließen 3 Prozent weniger Schulabgänger die Mittel-, Real- und Wirtschaftsschulen: „Die Kinder, die vor 15 Jahren nicht geboren wurden, können wir nicht ausbilden“, merkt er an.

Gemeinsam mit Dr. Renata Häublein, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nürnberg, und Markus Lötzsch, Hauptgeschäftsführer der IHK Nürnberg für Mittelfranken, präsentiert er die aktuellen Ausbildungszahlen. Tatsächlich spricht Renata Häublein immer noch von einem Bewerbermarkt: „1,4 Stellen kommen auf einen Bewerber.“ Derzeit sind allein in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer noch 330 offene Stellen zu besetzen. Doch nicht jeder Bewerber passt auf jede Ausbildung und nicht jeder Beruf ist gleich beliebt. „Viele Jugendliche kennen auch nur die gängigen Berufe. Da müssen wir früh informieren und aufklären“, sagt die Nürnberger Agentur-Chefin.

Im Rahmen einer Studie wollte die IHK herausfinden, welche Kriterien bei der Berufs- und Betriebswahl von jungen Menschen angesetzt werden: Karrieremöglichkeiten, Abwechslungsreichtum und gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind ihre drei wichtigsten Gründe bei der Berufswahl. Die Betriebe wiederum wählen sie nach den Kriterien Wohnortnähe, Übernahmechancen und Karrieremöglichkeiten. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist aber auch der Einfluss der Eltern. „Es gibt Berufe, die sehr viel besser sind als ihr Ruf. Ein Metzger ist kein Schlachter, sondern in seinem Gourmettempel Garant für hochwertige Lebensmittel“, sagt Thomas Pirner. Karriere- und Übernahmewünsche sieht er im Handwerk auf jeden Fall erfüllt: „Auch in Zukunft werden Handwerker gebraucht. Das sind sichere Arbeitsplätze und wer seinen Meister macht, kann sich später auch mal selbstständig machen oder einen Betrieb übernehmen.“

Karriere mit Lehre ¿ im Handwerk sind die Zukunftschancen dank brummender Konjunktur prächtig.
argum / Falk Heller
Karriere mit Lehre ¿ im Handwerk sind die Zukunftschancen dank brummender Konjunktur prächtig.