Mit einer Prämie möchte der Bund Ausbildung sichern.
Sascha Schneider/www.amh-online.de
Mit einer Prämie möchte der Bund Ausbildung sichern.

Ausbildung sichern

Das neue Förderprogramm der Bundesregierung

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ wurde verlängert und auf das Ausbildungsjahr 2021/2022 ausgeweitet. 500 Millionen Euro stehen im Jahr 2021, 200 Millionen im Jahr 2022 bereit. Einige Forderungen des Handwerks wurden bei der Weiterentwicklung berücksichtigt, darunter unter anderem die Öffnung des Zeitraums der Betroffenheit, die erweiterte Berechnung des Ausbildungsniveaus für die Ausbildungsprämie, eine Bezuschussung der Ausbildervergütung und die Flexibilisierung der Mindestdauer der Auftrags- und Verbundausbildung. Außerdem wurde eine ausdrückliche Förderung der vom Lockdown-II-betroffenen Kleinstbetriebe bis vier Mitarbeiter sowie die Erhöhung der Prämien beschlossen.

Was gilt?

  • Die bisherige Ausbildungsprämie für Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau halten, erhöht sich für das nächste Ausbildungsjahr von 2.000 Euro auf 4.000 Euro.
  • Die Ausbildungsprämie plus für Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau steigern, erhöht sich für das nächste Ausbildungsjahr von 3.000 Euro auf 6.000 Euro.
  • Aber auch der Anreiz, Auszubildende und ihre Ausbilder trotz Kurzarbeit im Betrieb zu halten, ist verbessert worden. Neben dem Zuschuss zur Ausbildungsvergütung gibt es nun auch einen Zuschuss zur Ausbildervergütung.
  • Außerdem wird ein Lockdown-11-Sonderzuschuss (in Höhe von 1.000 Euro) für ausbildende Kleinstunternehmen eingeführt, wenn der Ausbildungsbetrieb im aktuellen Lockdown seine Geschäftstätigkeit nicht oder nur noch im geringen Umfang wahrnehmen durfte und die Ausbildung dennoch fortgeführt hat.
  • Für den Fall, dass ein Ausbildungsplatz wegen Insolvenz des Betriebes verlorengeht, wurden auch Verbesserungen bei den Übernahmeprämien vollzogen; die Förderhöhe verdoppelt sich auf 6.000 Euro. Gefördert wird jetzt auch die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsvertrag pandemiebedingt beendet wird.

Prämie in Mittelfranken

Matthias Braun, Leiter der Abteilung Berufsbildung in der Handwerkskammer für Mittelfranken, freut sich über die geplanten Verbesserungen, hegt aber auch Zweifel an ihrer Wirkkraft: „Für Betriebe, die nur aufgrund der finanziellen Belastung in der Coronapandemie auf Auszubildende verzichten, ist die Prämie eine gute Hilfestellung. Bertrieben, die allerdings nur aufgrund des finanziellen Anreizes ausbilden möchten, raten wir ab. Es hat sich gezeigt, dass diese Motivation für eine erfolgreiche Ausbildertätigkeit oft nicht ausreicht.“ Geld könne auch nicht über alle Hürden hinweghelfen, wie beispielsweise, dass der fachpraktische Unterricht in den Schulen ausfalle oder dass Betriebe Ausbildungsinhalte nicht vermitteln könnten, weil sie ihre normale Arbeit nicht immer durchführen könnten. „Unsere Betriebe stehen vor großen Herausforderungen. Es nützt einem Friseurauszubildenden nichts, wenn er monatelang nur Puppenköpfe schneidet“, seufzt Matthias Braun. Die Lehrlinge müssten im Betrieb den beruflichen Alltag erleben. Doch der fände zurzeit nur eingeschränkt statt. Er betont aber: „Unsere Betriebe brauchen Fachkräfte und deshalb möchten sie ausbilden. Der Wille ist da.“ Doch auch in Coronazeiten ändert sich die Lage der vergangenen Jahre auf dem Ausbildungsmarkt nicht: „Wir haben nicht zu wenig Ausbildungsplätze, wir haben zu wenige Bewerber“, sagt Matthias Braun. Daher würde er sich wünschen, dass auch die Berufsorientierung gestärkt würde. Denn die Zusammenarbeit mit den Schulen, beispielsweise in den Werkstätten der Handwerkskammer, und die berufsvorbereitenden Praktika, die Schüler in Betrieben machen können, sind wichtige Bausteine auf dem Weg der jungen Menschen zur richtigen Berufswahl. „So können wir den Jugendlichen zeigen, wie bunt, vielfältig und zukunftsorientiert das Handwerk ist.“ Mit diesen Maßnahmen und mit der Unterstützung, z. B. durch die Ausbildungsprämie, für jene Unternehmer, die es härter getroffen hat, gibt es in den kommenden Jahren eben keinen Coronajahrgang, sondern nur viele motivierte und qualifizierte junge Fachkräfte für die Zukunft.

 

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