Aus Sieben mach Fünf

Elektrohandwerk ordnet Berufsausbildung neu

Vier Jahre waren deutschlandweit Experten der Berufsbildung zugange, bis sie mit der Neuordnung der unterschiedlichen Berufe im Elektrohandwerk zufrieden waren. Vier Jahre, in denen sie die bisherigen Berufsausbildungen genau beleuchteten – und anhand der Kriterien einer Ausbildung im Handwerk 4.0 abklopften. Denn „Rasten bedeutet Rosten“ und gerade das Elektrohandwerk ist von ständigen Veränderungen und vor allem von der zunehmenden Digitalisierung geprägt. Um die ausbildenden Betriebe über die Neuordnung der unterschiedlichen Berufe im Elektrobereich zu informieren, veranstaltete die Handwerkskammer für Mittelfranken eine digitale Informationsveranstaltung zusammen mit Ferdinand Weinbacher,  Leiter der Technischen Informationsstelle beim Landesinnungsverband für das Bayerische Elektrohandwerk.

Das ändert sich

  • Elektroniker Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik oder Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik:
    Anpassung und Ergänzung der Ausbildungsinhalte besonders hinsichtlich der zunehmenden Digitalisierung.
  • Informationselektroniker:
    Abschaffung der Schwerpunkte Geräte- und Systemtechnik sowie Bürosystemtechnik. In diesen Monoberuf ist auch die Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik beim bisherigen Elektroniker aufgegangen.
  • Elektroniker-Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik sowie Automatisierungs- und Systemtechnik: Letzterer hat die Ausbildung zum Systemelektroniker übernommen. Diesen wird es nicht mehr geben. 

Neuer Beruf: Elektroniker für Gebäudesystemintegration

Die Nachfrage nach dem Zusammenführer von Smart-Home-Anwendungen im Bereich Wärme-, Energieerzeugung- und Energiemanagementlösungen der im Gebäude beteiligten Gewerke wächst stetig: „ Die Jalousien müssen sich bei starker Sonneneinstrahlung senken, die Kühlung oder auch die Heizung erkennt das und passt sich entsprechend an. Die komplexe Zusammenarbeit der einzelnen Komponenten definiert das erfolgreiche Smart Home“, sagt Ferdinand Weinbacher, der selbst als Meister in dieser Sparte tätig war. Dieses anspruchsvolle Thema kann man nicht einfach in einer der anderen Ausbildungen mit abdecken.

Ein anspruchsvolles Thema also, das mit einer anderen Ausbildung nicht einfach abgedeckt werden kann. Deshalb ist daraus ein eigener Beruf entstanden.  Ein Elektroniker für Gebäudesystemintegration ist ein Bindeglied zu Planern im Bereich smarter und gewerkeübergreifender Gebäudetechnologien. Der Anspruch an den Elektroniker für Gebäudesystemintegration ist hoch. Und das gilt auch für Ansprüche an die Qualifikation der Auszubildenden. Fachabitur, Studienerfahrung oder einen guten mittleren Schulabschluss sollten die Lehrlinge mitbringen, um in diesem herausfordernden Ausbildungsberuf erfolgreich zu sein.

Die gestreckte Gesellenprüfung

Doch nicht nur bei den einzelnen E-Berufen gibt es Veränderungen. Auch die Gesellenprüfung ist von der Neuordnung betroffen. Bei ihr wird der erste Teil in Zukunft nur noch mit 30 Prozent statt 40 gewichtet, der zweite mit 70 statt 60 Prozent. Außerdem wurde der handwerkliche Prüfungsteil „Kundenauftrag“ wurde deutlich aufgewertet. Mit 36 Prozent (bisher 25) fällt er in Zukunft ins Gewicht.

Mit Skepsis blickt Weinbacher zwar auf die bei einzelnen Prüfungen in Zukunft möglichen Variante eines betrieblichen Auftrags im Gegensatz zum bisher üblichen Arbeitsauftrag. Aber vor welche Herausforderungen diese in der Industrie übliche Praxis Handwerksbetriebe stellt, die im Durchschnitt fünf bis neun Angestellte haben, kann er noch nicht absehen.

Straßenbauer der Digitalisierung

Insgesamt ist Ferdinand Weinbachers Fazit aber positiv: „Wir sind die Straßenbauer der Digitalisierung. Wir liefern ihre Infrastruktur. Und wir haben das E-Handwerk gut aufgestellt, um kompetente und hochqualifizierte Fachkräfte auszubilden. Das Handwerk 4.0 ist bei uns bereits angekommen.“



Wer kann mir helfen?

Zu entscheiden, welchen Elektroniker ein Betrieb ausbilden möchte, ist aber gar nicht so einfach. Die Ausbildungsberater der Handwerkskammer für Mittelfranken sind genau dafür da.

Für die Kreise Weißenburg-Gunzenhausen, Fürth und die Stadt Schwabach: 

Für die Stadt Erlangen:

Für die Städte Ansbach und Fürth sowie die Kreise Roth und Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim:

Für die Kreise Nürnberger Land und Erlangen-Höchstadt: 

Innungsbetriebe können sich auch an Ferdinand Weinbacher, Landesinnungsverband für das Bayerische Elektrohandwerk wenden.
Telefon 089 1255520