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Auch jetzt noch: Ein Ausbildungsbeginn 2021 ist möglich

Handwerkskammer, IHK und Arbeitsagentur zur Ausbildungssituation im Mittelfranken

Die Lage am mittelfränkischen Ausbildungsmarkt ist im zweiten Coronajahr angespannt. In einer gemeinsamen Bilanz haben die Agentur für Arbeit Nürnberg, die Handwerkskammer Mittelfranken und die IHK Nürnberg für Mittelfranken die aktuellen Zahlen vorgestellt. Gemeinsames Fazit? Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen, der Bewerber und der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ging insgesamt etwas zurück.

Kampf um die Auszubildenden

3.236 Ausbildungsverträge wurden im mittelfränkischen Handwerk im vergangenen Ausbildungsjahr abgeschlossen. Das ergibt ein kleines Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch Matthias Braun von der Handwerkskammer dämpft die Freude gleich wieder: „Wir verzeichnen zwar ein kleines Plus gegenüber 2020, aber im Vergleich zu den Jahren davor, müssen wir mit einem Minus umgehen.“ Und das, obwohl die Zahlen schon vor Corona immer weiter sanken. Die Gründe hierfür sind vielfältig: „Immer weniger Jugendliche verlassen die Schulen und immer mehr von ihnen strömen dann auf die Unis“, erklärt Braun. „Um die, sich doch für eine duale Ausbildung entscheiden, brennt dann ein harter Konkurrenzkampf zwischen Industrie und Handwerk“, sagt er augenzwinkernd in Richtung seines IHK-Kollegen Stefan Kastner. 

Handwerk: Das Ausbildungsjahr im Detail

Landkreis 

31.10.2021 31.10.2020 Vergleich zum 
Vorjahr (%) 
Stadt Ansbach10692 +15,22 
Landkreis Ansbach 371345   +7,54
Stadt Erlangen 228233-2,15
Landkreis Erlangen-Höchstadt 165 177-6,78
Stadt Fürth 231   234-1,28
Landkreis Fürth 179185-3,24
Stadt Nürnberg 918958-4,18
Landkreis Nürnberger Land 278281-1,07
Stadt Schwabach 9064+40,63
Landkreis Roth 270234+15,38
Landkreis Neustadt/Bad Windsheim                               209213-1,88
Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen 191204-6,37
Gesamt 3.2363.220+0,50

Unsicherheit auf allen Seiten

Besonders die Berufsorientierung ist während der Coronapandemie deutlich zu kurz gekommen. Zwar hatten sich die Ausbildungsakquisiteure der Handwerkskammer auch ins digitale Klassenzimmer eingewählt, um zu informieren, aber, erklärt Matthias Braun, „das Handwerk lebt davon, dass es von den Schülern unmittelbar erlebt wird. Das Gefühl, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen, anzupacken und abends etwas Reales bewirkt zu haben, kann man digital nur sehr unzureichend vermitteln.“ Aber auch Eltern, Lehrer und Betriebe waren  verunsichert, vervollständigt Matthias Braun: „Die Betriebe wussten nicht, wie es jetzt weitergeht und konnten ja auch erst mal keine Praktika vergeben. Die Eltern wussten nicht, wie jetzt was funktioniert. Schließlich gab es keine Ausbildungsmessen mehr. Die Lehrer hatten andere Probleme als Berufsorientierung und viele Schüler haben dann in der Konsequenz entschieden, lieber ein Jahr weiter in bekannten Bahnen auf die Schule zu gehen oder sich anderweitig zu orientieren.“ Eine Entwicklung, die von IHK und Agentur für Arbeit gleichermaßen bestätigt wird.

Handwerk steht für Zukunft

Braun findet das schade, denn das Handwerk böte so viele tolle Chancen. „Im Handwerk finden junge Menschen ein gutes Auskommen und haben hervorragende Karriereaussichten: Selbstständig, Meister, Spezialist – man kann alles werden“, betont Braun. „Außerdem ist Handwerk eine sinn-volle und sinn-stiftende Arbeit: Kreative Köpfe werden gesucht. Aber eben nicht nur Denker, sondern auch Macher.“ Das Handwerk sei darüber hinaus „Treiber der Transformation“. Denn: „Wer legt denn die Infrastruktur für die Digitalisierung, wer vernetzt das Smart Home und wer sorgt dafür, dass die Energiewende auch umgesetzt wird?“, fragt er. „Das Handwerk kümmert sich um Zukunftsthemen.“ Wie Noah, der kürzlich beim Contest für die Nationalmannschaft der Zimmerer teilgenommen hatte. Der junge Geselle ist rundum glücklich mit seinem Beruf, denn er arbeitet in einem Betrieb, der ökologische Holzhäuser baut. „So kann ich die Welt bereichern und außerdem ist das eine Zukunftstechnologie“, ist er überzeugt. Matthias Braun kann da nur zustimmen und er gibt zu bedenken: „Ein Handwerker kann durch keine Software ersetzt werden und handwerkliche Leistungen werden die Menschen wirklich immer brauchen.“ 

„Es gibt immer noch zahlreiche offene gemeldete Stellen. Bewerbt euch, bewerbt euch, bewerbt euch! Ein Ausbildungsbeginn ist auch in den Monaten November und Dezember noch möglich.“



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