Arbeitssicherheit

Die Anforderungen im Arbeitsschutz unterliegen seit Jahren einem Wandel. Der organisatorische Aufwand für den Unternehmer hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Über die verschiedensten rechtlichen Vorgaben (Betriebssicherheitsverordnung, Arbeitsschutzgesetz u. a.) wird der Unternehmer verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung für sein Arbeitsmittel und die in seinem Betrieb durchgeführten Tätigkeiten zu ermitteln. Auch die regelmäßige Unterweisung der Mitarbeiter hat mittlerweile einen hohen Stellenwert. Gerade beim Thema Arbeitsschutz stellt sich für den Unternehmer die Frage nach der rechtssicheren Organisation.

Wir helfen Ihnen dabei, die wichtigsten organisatorischen Elemente in Ihrem Betrieb umzusetzen. Wir unterstützen Sie bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermitteln wir die für Ihr Unternehmen notwendigen Schritte, um die organisatorischen und technischen Anforderungen in Ihrem Unternehmen zu erfüllen.

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Arbeitssicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung von Kleinbetrieben

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass jedes Unternehmen eine arbeitsmedizinische und arbeitssicherheitstechnische Betreuung veranlassen muss. Die Berufsgenossenschaften haben in ihrem Regelwerk dazu die notwendigen gesetzlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen geschaffen. Grundsätzlich werden drei Betreuungsmodelle unterschieden:

  • Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung in Betrieben mit bis zu zehn Beschäftigten - Modell 1
    Bei diesem Modell werden die Grundbetreuung und die anlassbezogene Betreuung festgeschrieben.
  • Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Regelbetreuung in Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten  - Modell 2
    Im Rahmen dieses Modells kann die Regelbetreuung gewählt werden, das heißt, dass der Unternehmer einen Betreuungsvertrag mit einer Sicherheitsfachkraft und einem Betriebsarzt abschließt. Die Zeit, die der Betriebsarzt bzw. die Sicherheitsfachkraft als Einsatzzeit im Betrieb sein muss, ist je nach Berufsgenossenschaft und Gefährdungspotential des Unternehmens unterschiedlich festgelegt.
  • Alternative bedarfsorientierte betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung in Betrieben mit bis zu 30 Beschäftigten – Modell 3
    Im Rahmen der alternativen bedarfsorientierten, betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung muss der Unternehmer an einer Motivations-, Informations- und Fortbildungsmaßnahme seiner Berufsgenossenschaft teilnehmen. Der Umfang der Maßnahme hängt von den Regelungen der jeweiligen Berufsgenossenschaft ab.

Betriebssicherheitsverordnung

Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) regelt die Anforderungen zum Arbeitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln. Die Verordnung betrifft grundsätzlich alle, die Arbeitsmittel bereitstellen oder überwachungsbedürftige Anlagen betreiben. Für die Umsetzung der BetrSichV ist der Unternehmer bzw. Betreiber verantwortlich.

Was ändert sich mit der Novellierung?

  • Nunmehr berücksichtigt die BetrSichV auch Punkte, die sich als Unfallschwerpunkte herauskristallisiert haben, wie zum Beispiel Instandhaltungsarbeiten, Störungen, besondere Betriebszustände oder Manipulationen. Neu sind auch Vorgaben zur ergonomischen und psychischen Belastung am Arbeitsplatz. Aufgenommen wurden zudem Änderungen zur Erlaubnis für das Errichten und den Betrieb von überwachungsbedürftigen Anlagen, der Prüfung vor Inbetriebnahme und von wiederkehrenden Prüfungen dieser Anlagen.
  • Erstmals wurde das Unterlassen verschiedener Pflichten als eine Ordnungswidrigkeit definiert, die auch als Straftat gewertet werden kann oder zumindest mit empfindlichen Geldbußen belegt wird. So kann eine fehlende Gefährdungsbeurteilung nach Betriebssicherheitsverordnung mit einem Bußgeld belegt werden.
  • Neu ist auch, dass bereits für eine neu angeschaffte Maschine vor der Inbetriebnahme eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden muss. Auch müssen Arbeitsmittel jährlich beurteilt werden. Bei Maschinen sollte einmal jährlich eine Sicht- und Funktionskontrolle durchgeführt werden. Die Funktion der Schutzvorrichtungen sollte hier gezielt überprüft und dokumentiert werden.
  • Die Betriebssicherheitsverordnung definiert auch überwachungsbedürftige Anlagen. Dies sind zum Beispiel Aufzüge und oder Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen. Für diese Anlagen werden gesonderte Anforderungen an die Prüfung und an den Prüfenden gestellt.

 Wir raten grundsätzlich zur Erstellung einer Checkliste mit prüfpflichtigen Anlagen, in der der Unternehmer festlegt, welche Anlagen, in welchem Zeitraum, von wem, zu überprüfen sind und helfen Ihnen gerne bei der Erstellung entsprechender auf Ihr Unternehmen angepassten Checklisten.

 Beispiel-Liste prüfpflichtiger Anlagen in einer handwerklichen Fleischerei

Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz und Betriebssicherheitsverordnung

Jede Arbeit ist mit Unfall- und Gesundheitsrisiken verbunden. Diese Risiken müssen möglichst gering gehalten werden. Durch §5 Arbeitsschutzgesetz werden die Betriebsinhaber verpflichtet, die Arbeitsbedingungen an den Arbeitsplätzen zu beurteilen. Damit sollen Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren vermieden werden. Dies ist für den Arbeitnehmer, den Betrieb und unsere Gesellschaft von grundlegender Bedeutung. Um eine Gefährdung gering zu halten, muss sie erkannt werden. Genau dies ist das Ziel einer Gefährdungsbeurteilung. Die Vorgehensweise bei der Beurteilung von Gefährdungen liegt im Ermessensspielraum eines jeden Unternehmers. Eine Dokumentation ist sicherlich sinnvoll, wird aber vom Gesetzgeber erst ab zehn Mitarbeitern vorgeschrieben. Bei arbeitsbereich- und tätigkeitsbezogenen Beurteilungen können die Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Maßnahmen für gleiche Arbeitsplätze übernommen werden. Es wurden verschiedene Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung entwickelt - eine Grundvorgehensweise ist allen gleich:

  • Arbeitsbereiche werden festgelegt: Welche Tätigkeiten werden im Unternehmen ausgeführt?
  • Gefährdungen werden ermittelt: Was kann zu einer möglichen Gefährdung führen?
  • Schutzziele für die Beschäftigten: Wie kann ich den Arbeitsplatz optimieren?
  • Maßnahmen und Abwicklung benennen: Was ist zu tun? Wer macht was, bis wann?
  • Mögliche externe Beratung einbinden: Wo brauche ich Hilfe von außen?
  • Die Maßnahmen werden auf ihre Wirksamkeit überprüft: Wird das Schutzziel erreicht oder sind ergänzende Maßnahmen erforderlich?

Rufen Sie uns an, wenn Sie noch Fragen haben und wenn wir Ihnen bei der Umsetzung in Ihrem Betrieb behilflich sein können!