Ausbildungsmeister Josef Gruber und Stuckateur Tobias Schmider vor dem Freestyle-Modul feiern den Abschluss der WorldSkills 2019.
Alexander Schmidt
Ausbildungsmeister Josef Gruber und Stuckateur Tobias Schmider vor dem Freestyle-Modul feiern den Abschluss der WorldSkills 2019.

5 Medaillen! WorldSkills in Kazan enden erfolgreich

Stuckateur Tobias Schmider aus Mittelfranken erhält "Medallion of Excellence"

Die 45. Weltmeisterschaft der Berufe ist gestern Abend im russischen Kazan mit einer feierlichen Abschlussveranstaltung  beendet worden.

1.354 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus über 63 Nationen und Regionen haben vom 22. bis 27. August 2019 bei den WorldSkills in 56 verschiedenen Wettbewerbskategorien um Medaillen gekämpft. Präzision und Genauigkeit sowie Nervenstärke und Konzentration entschieden über Gold, Silber und
Bronze. Rund 250.000 Besucher und Besucherinnen sahen an den vier Wettbewerbstagen den jungen Wettkämpfern über die Schulter. Aus Deutschland starteten 39 deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 34 Berufen.

Medaillenregen für Bauberufe

Besonders erfolgreich verlief der Wettbewerb für das "Nationalteam Deutsches Baugewerbe", bestehend aus sechs jungen Nachwuchshandwerkern aus den Berufen Beton- und Stahlbetonbauer, Fliesenleger, Maurer, Stuckateur und Zimmerer. Alle drei deutschen Podestplatzierungen wurden in diesen Berufen errungen:  Janis Gentner (21) aus Aalen gewann im Wettbewerb der Fliesenleger Gold und erhielt als bester deutscher Teilnehmer die Auszeichnung "Best of Nation", Alex Bruns (22) aus Bad Dürkheim wurde Weltmeister der Zimmerer, Die Beton- und Stahlbetonbauer Julian Kiesl (20) aus Mallersdorf-Pfaffenberg in Bayern und Niklas Berroth (21) aus Sulzbach-Laufen in Baden-Württemberg holten Bronze. 

Der 21-jährige Stuckateur Tobias Schmider aus Windelsbach in Mittelfranken erkämpfte sich im Skill "Dry Wall Systems / Plastering" den 7. Platz im  internationalen Teilnehmerfeld aus 25 Nationen. Für seine hervorragenden Leistungen wurde er mit einer Medallion of Excellence ausgezeichnet.

Nachwuchsstuckateur aus Mittelfranken mit Ergebnis zufrieden

Schmider zeigte sich am Ende zufrieden mit seiner Leistung. Er fand nur schwer in den Wettbewerb und konnte die Trockenbaukonstruktion nicht vollenden. So war er mit dem 7. Platz dennoch zufrieden: "Was ich aus der Vorbereitung auf diese WorldSkills als auch aus den Wettbewerben selbst mitgenommen habe,
bringt mich in meinem gesamten Berufsleben weiter." Schmider hat 2018 seine Gesellenprüfung abgelegt und war zunächst mittelfränkischer Kammersieger, dann Landessieger und am Ende deutscher Vize-Meister der Stuckateure geworden.

Während des Wettbewerbs in Kazan musste er eine aufwändige Trockenbaukonstruktion mit Stuck und Putz sowie einem sogenannten Free Style-Element erstellen. Im Free-Style-Modul hatte sich Tobias Schmider für ein Sonnenuntergangsmotiv entschieden, das mit verschiedenen Putztechniken gestaltet war und im Vordergrund eine aus Stuck gefertigte Turmspitze der Kul-Scharif-Moschee in Kasan zeigte.

Stuckateur und Trockenbauermeister Josef Gruber, Referatsleiter und Ausbildungsmeister im Bildungszentrum 2 der Handwerkskammer für Mittelfranken hatte Tobias Schmider auf die WorldSkills vorbereitet und war
als Experte und Mitglied der internationalen Jury vor Ort in Kazan dabei.

Aushängeschild für die Branche

Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Ehrenpräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, war in Kazan vor Ort und zeigte sich beeindruckt von der Leistung des Teams: "In Kazan waren Deutschlands beste junge Gesellen am Start. Sie haben großartig gekämpft und alles gegeben. Dafür zollen wir ihnen
höchsten Respekt. Sie sind ein hervorragendes Aushängeschild für unsere Branche und zeigen, wie weit man es mit einer guten Ausbildung, einer starken Leistung und entsprechendem Engagement bringen kann."



Original-Content von: ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe, übermittelt durch news aktuell