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365-Euro-Ticket

Statement von Prof. Dr. Elmar Forster, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken

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Im Jahr 2018 standen die Nürnberger Autofahrer insgesamt 107 Stunden im Stau - die Suche nach einem Parkplatz nicht eingerechnet. Damit gehört Nürnberg zu den zehn Städten mit dem dichtesten Verkehrsaufkommen in Deutschlands. Die durchschnittliche Geschwindigkeit auf Nürnbergs Straßen betrug, sage und schreibe, 21 km/h.

Kein Wunder, dass Pendler und Stadtbewohner unter der Verkehrsbelastung stöhnen: Feinstaub, Lärm, Parkplatznot, Stau… Unter anderem wegen dieser Probleme nutzen fast 1 Million Menschen täglich das Angebot des VGN, um in die Arbeit zu kommen oder ihre Freizeit in der Stadt zu verbringen. Doch es gibt auch Menschen, die mit dem Auto unterwegs sein müssen: z. B. Handwerker. Ein Blockheizkraftwerk kann nicht mit der U-Bahn und dreimal Umsteigen zum Kunden geliefert werden. Um so wichtiger ist es daher, eine zukunftsfähige und nachhaltige Mobilität zu unterstützen, damit die, die umsteigen können, Anreize erhalten, dies auch zu tun.

​​​​​​​Schon im Nürnberger Kommunalwahlkampf hat das Handwerk die Einführung eines 365-Euro-Tickets gefordert. Denn ein leistungsfähiger ÖPNV ist ein wichtiger Standortfaktor. Er erhöht die Attraktivität eines Wirtschaftsraums. Seit 1. August gibt es das Ticket jetzt für Schüler und Auszubildende. Das ist ein großer Vorteil, insbesondere für den Nachwuchs im Handwerk. Bis 2023 möchte Nürnberg das 365-Euro-Ticket auch für Erwachsene einführen – und die umliegenden Kommunen wie Fürth, Erlangen und Schwabach ziehen mit, falls Bund oder Freistaat zwei Drittel der Kosten übernehmen. Ansonsten ist das finanziell nicht zu stemmen. Wir hoffen, dass diese Finanzierung zustande kommen wird und viele Menschen auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. So werden alle entlastet, die Handwerker und letztendlich auch die Kunden. Unsere Handwerker können dann hoffentlich problemlos und schnell zum Kunden kommen, wenn wieder mal "Not am Mann" ist und der Wasserrohrbruch oder die rausgeflogene Panzersicherung schnellstens repariert werden muss. (15.09.2020)