Wir sind für Sie da
Was ist Handwerk ?
Geschichte
Geschichtsabriss
Zeittafel
Was ist die Handwerkskammer ?
Philosophie und Strategie
Organe + Ehrenamt
So finden Sie uns
Handwerksorganisation
ZDH
BHT
Kreishandwerkerschaften
Innungen
Meisterfrauen im Handwerk
Ansbach
Erlangen
Mittelfranken-Süd
Neustadt/Aisch
Nürnberg
Handwerksjunioren
Partnerkammer
Rechtsgrundlagen
Stellenangebote
Ausbildungsangebote
Downloads

Handwerk in Mittelfranken - Geschichte und Gegenwart

Handwerk in Nürnberg – das ist die Geschichte einer sehr langen, weit zurückreichenden Tradition. Handwerk in Nürnberg – das ist reichsstädtische Blütezeit während des ausgehenden Mittelalters. In des "Deutschen Reiches Schatzkästlein" besitzen in jener Zeit die Handwerker Weltgeltung: Peter Henlein erfindet 1510 die Taschenuhr; Martin Behaim konstruiert den ersten Globus; Albrecht Dürer führt nördlich der Alpen die Zentralperspektive in die Malerei ein; Peter Flötner verhilft mit seinen Entwürfen für Möbel, Brunnen und Bauornamentik der Renaissance in Deutschland zum Durchbruch; Wenzel Jamnitzer verwendet als erster für seine großartigen Goldschmiedearbeiten Naturabgüsse als Dekor; die Werkstatt des Bildschnitzers und Bildhauers Veit Stoß genießt europäischen Ruf. Die Metallhandwerker fertigen mathematische und nautischen Präzisionsinstrumente. Orgeln und Blasinstrumente zählen zu den Exportschlagern der Noris.

Prosperität

"Der meist Theil sich mit Handwerk nährt - Allerlei Handwerk ungenannt - Was je erfunden Menschenhand“, preist 1510 Hans Sachs seine Heimatstadt. Mitte des 14. Jahrhunderts  beträgt der Handwerkeranteil in der freien Reichsstadt über 50 Prozent. Der "Nürnberger Witz“ - will heißen Erfindergeist - ist sprichwörtlich. Die Kreativität und Erfindungsgabe Nürnberger Handwerker, ihre Innovationen schreiben Technikgeschichte. Das moderne Weltbild prägte die Nürnberger Handwerkerschaft entscheidend mit. Die Prosperität des Handwerks hält selbst dann noch an, als die Stadt ihre politische Bedeutung im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts verliert.

Niedergang

Handwerk in Nürnberg - das heißt auch Niedergang. Das Festhalten an überkommenen Gewerbestrukturen erweist sich als kaum zu überwindendes Hindernis am Beginn einer neuen Zeit. Es verhindert moderne Produktionsformen. Statt einer marktorientierten Gewerbepolitik heißt die Devise strenge Regelementierung der Löhne, Preise und Absatzmengen. Wer Neues wagt, wird abgestraft. Abgestraft aber wird auf Dauer das Handwerk in der Noris. Seine Wettbewerbsfähigkeit geht vorrübergehend verloren.

Wiedererwachen

Handwerk in Nürnberg – das heißt Wiedererwachen im 19. Jahrhundert, ein Anknüpfen an den alten Erfindergeist, eine Rückbesinnung auf den Glauben an Innovation und Kreativität. Auf handwerklicher Basis nimmt die Pinselindustrie einen steilen Aufstieg, die Zweiradherstellung trägt Nürnbergs Namen erneut hinaus in alle Land, die Bleistift- und die Spielwarenindustrie treten ihren Siegeszug rund um die Welt an. Viele andere Gewerbe- und Industriezweige folgen. Das Handwerk verharrt zu jener Zeit nicht in Agonie, sondern packt die neuen Chance, die sich ihm bietet, beim Schopf – auch wenn dem ein längerer, für viele Handwerker sehr schmerzlicher Umdenkungsprozess vorausgeht. Das ist Handwerk und Tradition.

Heute

Handwerk in und um Nürnberg – das ist die historisch bedingte Konzentration von einigen Gewerben wie Bürsten- und Pinselmacher im westlichen Mittelfranken, Gold,- Silber- und Aluminiumschläger im Raum Schwabach sowie der Streich- und Zupfinstrumentenbau im Umkreis von Erlangen. Alle diese Unternehmen kennzeichnet eine traditionell hohe Exportorientierung. Das Handwerk in der Region wird geprägt von Werkzeug- und Formenbauern, Elektromaschinenbauern und Maschinenbaumechanikern, die der Industrie zuliefern. Besondere Stärken besitzen einige Betriebe in der Medizintechnik, Kommunikationstechnik und elektrostatischen Oberflächenbeschichtung.


Das mittelfränkische Handwerk zeichnet sich durch qualitativ hochstehende Produkte und Dienstleistungen sowie Zuverlässigkeit, Kreativität und Innovation aus. Schwerpunkte bilden die Bau-, die Metall- und Elektrohandwerke sowie die Zulieferbetriebe für gewerbliche Auftraggeber. Zunehmende Bedeutung gewinnt insbesondere der ständig wachsende Dienstleistungssektor.
Service im Überblick