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Sicher online handeln

Nach EU-Vorgaben wird ab dem Jahr 2010 die elektronische Signatur bei Angebotsabgaben im Internet erforderlich sein. Schon heute werden über Internetseiten, wie dem deutschen Vergabenetz, öffentliche Aufträge ausgeschrieben. Höchste Zeit an die elektronische Signatur zu denken.
 

DHZ: Was ist die elektronische Signatur?
Hoffmann: Die qualifizierte elektronische Signatur basiert auf einem digitalen Zertifikat, das mit einem Personalausweis für die Online-Kommunikation vergleichbar ist, und ersetzt die gesetzliche Schriftform. Die Signatur erlaubt das rechtsgültige Signieren von Dokumenten und Dateiformaten, deren Inhalte rechtsverbindlich sind.

DHZ: Wer bietet die Zertifikate an?
Hoffmann: Zertifikate, die dem deutschen Signaturgesetz entsprechen, werden von sogenannten Trustcentern angeboten, erstellt und ausgegeben. Eines der modernsten Trustcenter in Deutschland ist beim Deutschen Sparkassenverlag (DSV) angesiedelt. Für Handwerksbetriebe wurde zwischen dem Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) und der DSV-Gruppe eine Rahmenvereinbarung getroffen, umso so eine einfache und effiziente Lösung zu schaffen.

DHZ: Was sind die Vorteile der elektronischen Signatur?
Hoffmann: Die elektronische Signatur bietet zahlreiche Vorteile. Dies sind unter anderem die Teilnahme an Online-Ausschreibungsverfahren, das heißt die sogenannte e-Vergabe, die Erstellung von digitalen Rechnungen, die digitale Umsatzsteuervoran-meldungen, die Verschlüsselung von E-Mails, auch beim vertraulichen Personal- und Kundendatenversand sowie sicheres Homebanking.

DHZ: Was ist eigentlich die e-Vergabe?
Hoffmann: Dies sind Online-Vergabeplattformen aus öffentlicher sowie privater Hand auf denen Handwerksbetriebe mit der elektronischen Signatur bei Ausschreibungen teilnehmen, Angebote einholen und Aufträge erhalten können.

DHZ: Wo liegen die Vorteile?
Hoffmann: Durch die elektronische Vergabe wird der Bieteraufwand verringert und Kosten für die Anforderung von Ausschreibungsunterlagen (Verdinungsunterlagen) vermieden. Angebotsabgaben und Angebotsänderungen sind bis zur letzten Minute möglich. Teilnehmende Betriebe werden über relevante Ausschreibungen informiert und können so neue Aufträge gewinnen. Zudem werden durch die Vergabeplattformen Formfehler vermieden.

DHZ: Was wird für die elektronische Signatur benötigt?
Hoffmann: Für den Einsatz benötigen Sie eine Chipkarte mit entsprechender Signatur. Die persönlichen Daten auf der Chipkarte werden von einem Kartenlesegerät ausgelesen. Hier wird nach Sicherheitsklassen unterschieden, Mindestanforderung ist die Sicherheitsklasse zwei und aufwärts. Dazu brauchen Sie einen internetfähigen Computer und eine Signatursoftware. Zur rechtsverbindlichen Unterschrift genügt letztendlich die Eingabe der PIN.

DHZ: Wie sicher ist die elektronische Signatur?
Hoffmann: Die elektronische Signatur kann aufgrund autorisierten Mitarbeitern, die eine persönliche Chipkarte und PIN besitzen, verwendet werden. Dies macht Dokumente fälschungssicher und der Verfasser kann eindeutig identifiziert werden. Dritte können Daten nicht einsehen.

DHZ: Welche Kosten kommen auf den Betrieb zu?
Hoffmann: Von der Sparkasse wird ein Chipkartenterminal der Sicherheitsklasse zwei für Homebanking und elektronische Signatur zum Anschluss an die USB-Schnittstelle inklusive Zusatzsoftware zum Preis von 50 Euro angeboten. Bei der elektronischen Signatur hängt der Preis von der Laufzeit ab. Beispielsweise verlangt die Sparkasse Nürnberg für ein Jahr 19,75 Euro.

DHZ: Ist es jetzt schon ratsam über die Signatur nachzudenken?
Hoffmann: Immer mehr Handwerker aus der Baubranche und anderen Bereichen sind auf die Online-Vergabeplattformen des Bundes, der Länder und Kommunen angewiesen. Zudem befinden sich zahlreiche Internetseiten im Aufbau, auf denen auch private Ausschreibungen gelistet sind. Deshalb sollten Handwerksbetriebe, die an öffentlichen Online-Ausschreibungen teilnehmen, die elektronische Signatur nicht unbeachtet lassen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Betriebsberatung der Handwerkskammer für Mittelfranken sowie bei den Sparkassen.
(Das Interview führte Artur Gonet )
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