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Handwerk, Kunst und Kultur
Krimiabend mit Dirk Kruse

Zu Gast beim Kulturfoyer: Krimi-Abend mit Dirk Kruse

Dabei ist Kruse ja gar kein Franke. Er stammt aus Norddeutschland. Nürnberg ist seit gut 20 Jahren die Wahlheimat des Hanseaten. Und diese Wahlheimat, fand Kruse in seinen Erläuterungen, gebe eine genauso gute Kulisse ab für seine Krimis wie zum Beispiel Venedig. Und nur Nürnberg habe eben ein Reichsparteitagsgelände. Dort geschehen in seinem zweiten Krimi "Requiem“ vier grausame Morde. Die brutal zugerichteten Opfer werden gleichsam inszeniert zur Schau gestellt. In zwölf Kapiteln, angelehnt an Verdis Requiem, versucht Kruses Gentleman-Detektiv Frank Beaufort, diese Morde aufzuklären. Dabei helfen dem Bonvivant und Privatier seine Freundin, die Rundfunkreporterin Anne Kamlin ebenso wie seine präzise Beobachtungsgabe und eine gehörige Portion Unverfrorenheit und Risikobereitschaft. Dazwischen lancierte Kruse mit bissigem an Satire grenzendem Humor zum Amusement des Publikums immer wieder Spitzen gegen zum Teil auch real existierende Missstände in Politik und Gesellschaft.

Blick in die Krimiwerkstatt

Kruse stellte aber an diesem Abend nicht nur sein "Requiem“ vor, er plauderte zwischendurch auch aus dem Nähkästchen eines Krimiautors: Wie der Titel Requiem zu Stande kam, zum Beispiel oder dass seine Protagonisten ausschließlich Fantasiefiguren seien, auch wenn manch ein Zuhörer und manche Leserin gewisse Parallelen zu real existierenden Personen zu erkennen glaubte. Nur in einer Szene portraitiert er, Kruse, sich selbst. Hitchcock lässt grüßen. Die Lokalitäten dagegen seien bis auf einige wenige Ausnahmen an realen Vorbildern orientiert: So existiere die Wohnung des Hauptdarstellers und Gentleman-Detektivs Frank Beaufort ebenso wie dessen Lieblingskneipe.

Die Kulturfoyergäste indessen hörten gespannt zu und besonders bei den Nähkästchenerzählungen Kruses glaubte man, dass sich mancher Kopf noch ein bisschen mehr in die Höhe reckte. Dementsprechend war die Schlange vor dem Bücher- und Autogrammtisch nach der Lesung lang. "Requiem" ist bei Ars Vivendi in Cadolzburg erschienen.

 

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