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Wenn Handwerkerfrauen die Fortbildung wagen

"Zuerst waren unsere Männer schon skeptisch" - Wenn Handwerkerfrauen die Fortbildung wagen

"Jetzt bin ich nicht nur die Frau vom Chef, sondern unsere Mitarbeiter sagen: Die hat ja Ahnung!", erzählen viele Frauen, die sich fachlich weiterbilden. Die Stärkung des Selbstbewusstseins, des eigenen Rückgrats, ist wohl der größte und positivste Faktor, den eine Weiterbildung für Meisterfrauen mit sich bringt. "Je mehr eine Frau wächst, um so besser geht es dem Betrieb," behauptet auch Marianne Weinmann, Vorsitzende der Unternehmerfrauen Ansbach/Westmittelfranken. Zum Ortstermin in Ansbach hat sie zwei Frauen und eine langjährige Mitkämpferin aus den Reihen der Unternehmerfrauen mitgebracht, die es wissen müssen: Anita Wellhöfer aus Wassertrüdingen, Claudia Settler aus Kirnberg bei und Inge Bauerreiß aus Rothenburg ob der Tauber.
Quereinsteigerinnen

Claudia Settler und Anita Wellhöfer haben im Jahr 2009 bei der Akademie der Handwerkskammer für Mittelfranken ihre Abschlüsse als kaufmännische Fachwirtin und Betriebswirtin des Handwerks beziehungsweise als Bürokauffrau gemacht und sind begeistert. Beide sind als Quereinsteigerinnen aus ganz anderen Berufen in Handwerksbetrieben jetzt die Chefinnen. Sie kümmern sich also nicht nur um ihre Familie, Kinder und um den Haushalt. Als "Drehscheibe des Handwerksbetriebs" sind sie für dessen Verwaltung, Buchhaltung, Rechnungswesen und was alles noch dazu gehört, zuständig. Ein Anspruch, den man als Berufsfremde nicht sehr einfach erfüllen kann. "Ich war heilfroh, als das Angebot für eine Weiterbildung kam", bekannte Anita Wellhöfer, die zusammen mit ihrem Mann das Bau-Unternehmen Fritz Oefele GmbH führt und erntet ein zustimmendes Kopfnicken von ihren Gesprächspartnerinnen. "Als gelernte Fremdsprachenkorrespondentin hatte ich zwar einen Topjob in Nürnberg, aber von der Führung eines Büros keine Ahnung", erläuterte sie rückblickend. Trotzdem sei sie "bewusst" ins elterliche Unternehmen zurückgekehrt und hat sich nach zirka drei Jahren zur Fortbildung zur Bürokauffrau entschlossen.
Praxisnahe Kurse

"Die Kurse bei der Akademie sind sehr frauen- und familienorientiert angelegt", lobte Marianne Weinmann das Fortbildungskonzept des Handwerkskammerakademie. Dies fängt an mit der zeitlichen und örtlichen Planung, denn "einen Tag in der Woche kann sich eine Frau und Mutter eher mal freischaufeln, als ein Wochenende oder mehrere Abendtermine. "Wichtig ist auch die örtliche Nähe des Kursortes: "Ansbach ist für Kurse in Westmittelfranken einfach ideal: gut zu erreichen und Parkplätze sind auch direkt vor dem Bildungszentrum der Handwerkskammer in der Beckenweiherallee vorhanden", erklärte die Unternehmerfrauenvorsitzende. Im Kurs selbst sitzen dann um die zwanzig, hochmotivierte Damen, die ihren Dozenten kräftig einheizen. "Wir kommen ja alle aus der Praxis und dann wollen wir natürlich auch Antworten für die Praxis, Zeit für Diskussionen und Austausch," ergänzte Claudia Seller. Sie führt zusammen mit ihrem Mann eine Schreinerei, gelernt und gearbeitet hat sie in dem Beruf der Groß- und Außenhandelskauffrau. Nach ihrer der Ausbildung zur Fachwirtin (HWK) hat sie mit der Betriebswirtin im Handwerk noch eins drauf gesetzt und dafür den Meisterpreis 2009 erhalten: "Von den Kursen konnte man nur profitieren, jede Teilnehmerin hatte ein ernstes Interesse, man verstand einander, denn wir kamen ja alle aus der gleichen Ausgangssituation." Wichtig ist vor allem, dass die Familie hinter ihren Frauen und Müttern steht. "Denn zuerst sind die Männer schon skeptisch, aber jetzt sind sie sehr stolz auf uns", berichtete Claudia Seller "und die Kinder müssen einfach mitziehen und dann geht das auch gut."
Vorher - nachher

Gemeinschaft macht stark und dieses Gemeinschaftsgefühl trägt die Kursteilnehmerinnen noch lange nach dem Kurs in ihrem Alltag. War man vorher Gesprächen mit Steuerprüfern oder mit Kreditsachbearbeitern der Banken oder auch mit dem eigenen Buchhalter ausgeliefert, so "glaubt man doch nicht mehr alles, was einem da erzählt wird und man bricht selbstbewusster überholte und eingefahrene Strukturen auf," bestätigten die Damen einmütig. War Frau vorher die Einzelkämpferin im Büro, so hat sie jetzt dank des Kurses ein Netzwerk von Kontakten, auf das sie immer wieder zurückgreifen kann.
Netzwerk Unternehmerfrauen

Das Bilden eines Netzwerks, Frauen ermutigen, sich weiterzubilden und damit zu stärken, das sind Ziele, die sich die Unternehmerfrauen Ansbach/Westmittelfranken gesetzt haben. Für ihre Mitglieder aber auch für interessierte Frauen bieten sie ein interessantes Jahresprogramm mit viel Informationsveranstaltung rund um die Führung eines Handwerksbetriebes. Darüberhinaus stehen sie Frauen immer beratend zur Seite, die für sich eine Fortbildung ins Auge gefasst haben.

Informationen über die Unternehmerfrauen Ansbach/Westmittelfranken und die Fortbildungsangebote für Frauen gibt es unter www.ufh-ansbach.de oder auch bei der Akademie der Handwerkskammer für Mittelfranken, Telefon 0911 5309-110.
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