Presse
Archiv
Mediathek
Imagekampagne
Handwerk im Blick - Archiv
Politische Standpunkte
DHZ - Deutsche Handwerks Zeitung
Konjunktur
Archiv
Daten, Fakten, Zahlen
Kampagnen
Wettbewerbe
Leistungswettbewerb
Meisterfrau des Jahres
Infostream
Handwerk, Kunst und Kultur
Konjunkturbericht, IV. Quartal 2009

Verhaltener Optimismus: Konjunkturbericht der Handwerkskammer für Mittelfranken für das vierte Quartal 2009

Die im letzten Quartal 2008 einsetzende Finanz- und Wirtschaftskrise ließ auch für das Handwerk das Schlimmste befürchten. Das Handwerk als überwiegend regionaler Anbieter von Leistungen ist auf die örtliche Kaufkraft angewiesen. Störungen des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts erreichen das Handwerk immer mit einer zeitlichen Verzögerung. Zudem zeigt sich in Wirtschaftskrisen, dass das Verhalten der Verbraucher eher von Kaufzurückhaltung und einer größeren Sparneigung geprägt ist. Umso überraschender ist, dass in der derzeitigen Wirtschaftskrise die Nachfrage im Bereich der energetischen Gebäudesanierung und sonstiger Energieeinsparmaßnahmen überdurchschnittlich hoch ist und für viele Handwerksbereiche stabilisierend wirkte. Flankierende Maßnahmen, wie zum Beispiel das Kfw-Gebäudesanierungsprogramm und die Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket II haben im Sinne keynesianischer Nachfragepolitik den Binnenmarkt gestärkt. Der drastische Rückgang bei der industriellen Exportnachfrage konnte somit aus der Sicht des Handwerks kompensiert werden.

Labil ist die Situation bei den Betrieben des Werkzeuge- und Formenbaus und des Maschinenbaus, die mehrheitlich als verlängerte Werkbank für industrielle Zulieferunternehmen tätig sind. In Mittelfranken ordnen wir cirka 500 Betriebe mit derzeit 5.500 Mitarbeitern diesen Bereich zu. Trotz zum Teil erheblicher Umsatzeinbrüche konnten sie das schwierige Geschäftsjahr 2009 bewältigen. Die gute Ertragssituation in den vorausgegangenen Geschäftsjahren führte zu einer Verbesserung der Eigenkapitalsituation, so dass sie in der Lage waren, die angefallenen Verluste in diesem Jahr aufzufangen. Es muss aber davon ausgegangen werden, dass ein nochmaliger Kraftakt im Geschäftsjahr 2010 die betriebliche Substanz in vielen Fällen aufzehren würde.

Es bleibt aber zu hoffen, dass mit Auslaufen der großzügigen Kurzarbeiterregelung der zu erwartende Anstieg der Arbeitslosenzahlen die vier Millionengrenze nicht übersteigt, und eine verbesserte Weltkonjunktur auch als Lokomotive für die deutschen Exporte wirkt. Nur dadurch könnte die nachhaltige Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts verhindert werden.

Äußerst bedenklich aus fiskalischer Sicht ist die dramatische Erhöhung der Staatsverschuldung. Die öffentlichen Haushalte lassen keinerlei Spielraum für Investitionen. Die Industrieländer sind mehr denn je auf Wirtschaftswachstum angewiesen, um ein weiteres Ansteigen der staatlichen Defizite zu verhindern. Im Euroraum sind Inflationsgefahren aufgrund der aufgeblähten Geldmenge festzustellen. Die zu erwartende restriktiven Geldpolitik der europäischen Zentralbank dürfte zu einer deutlichen Steigerung des Zinsniveaus führen und somit auch die staatlichen Zinsbelastungen verstärken. Bei dem prognostizierten gesamtwirtschaftlichen Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent für 2010 dürfte die angestrebte Grenze für die Neuverschuldung nicht zu halten sein.

Den vollständigen Konjunkturbericht können Sie sich hier downloaden.


Service im Überblick